Dienstag, 25. April 2017

Zehn vor Elf

Ein Szenario hat mich auch auf Partys oder an der Uni immer schon fasziniert: Zwei Schwätzer reden völlig aneinander vorbei und (unter Alkohol- oder BTM-Einfluss) sind sie der Meinung oder simulieren, dass jeder den anderen prächtig verstünde. Ein Dr. Philipp (Nachname vergessen) von einem Institut für Geschichte und Zukunft der Arbeit, gelegentlich die Stirn in Falten ziehend, Nachdenken vortäuschend, spricht mit dem Fragesteller aus dem Off über die Sinn- oder Konsumkrise des digitalen Fortschritts. 10 vor 11 auf RTL mit Alexander Kluge – unerreichtes Gaga-Format, könnte man glatt für eine Parodie halten – Haha, schon kultig, vor allem wird's dann einfach mitten im Satz plötzlich ausgeblendet, wenn die Zeit um ist. Hab mal irgendwo gelesen, dass der Herr Kluge wohl irgendwie Anteile an einer Gesellschaft hält, die quasi einen privilegierten Zugang als Kultursendungsanbieter für RTL besitzt und dass RTL daher seine Sendung wohl oder übel erdulden muss, egal was der sendet.



Samstag, 22. April 2017

Ich war es nicht!

Und um das auch mal klarzustellen, also damit es diesbezüglich kein Missverständnis gibt und alle unzweideutigen Unklarheiten ausgeräumt werden. Ich lass mir da jedenfalls nichts anhängen, falls da jemand drauf spekuliert, wie ich mal mutmaße. Der Typ, der da letzte Woche den Späti am Deutschen Eck im Prenzelberg überfallen und ausgeraubt hat, das war ich nicht. Bin ich nicht gewesen. Ich kann das gar nicht gewesen sein, auch wenn hier einige Denunzianten den Bull… ähm der Polizei gesagt haben sollen, dass meine Person also dass ich dem Phantombild ähnlich sehe. Das ist auch so kiezrassistisch. White-Trash-Mann mit’m Messer raubt Späti aus, greift in die Kasse und flieht. Hält mich jemand für so bescheuert, da unvermummt reinzugehen und dann Zeugen zu hinterlassen? Ich meine, hallo, noch alles klar im Oberstübchen? Bin ich bescheuert, dass ich das hier posten würde, wenn's so wäre oder wenn's nicht so wäre? So wie der BVB-Busbomber, der seine lächerlichen Puts aus dem Hotelzimmer ordert und sich nach der Böller-Attacke nen dickes Steak bestellt? Schön durch oder blutig? Ich kann das schon mal gar nicht gewesen sein, weil ich an dem Tag massig Knoblauch zum Frühstück gefressen hab. Tu ich manchmal. Mindestens vier oder fünf Zehen. Würde man ja wohl kaum tun, wenn man so ein Ding hätte abziehen wollen oder? Das riecht man doch. Viel zu riskant. Und was macht das für nen Eindruck, hä?

Donnerstag, 13. April 2017

Captchas

Captchas find ich auch total nervig. Das sind diese idiotenmäßigen Abfragen, wo beim Absenden von Kommentaren geprüft wird, ob da ein Mensch oder Affe sitzt. Ist auch ein Grund, warum ich selbst gar nicht mehr so gern irgendwo in fremden Blogs kommentiere. Davon mal abgesehen, weiß man beim Kommentieren eh nie, ob der Kommentar rein technisch gesehen durchgeht oder dann von der Moderation freigeschaltet wird. 
Aber dazu noch die Captchas! Vorhin in einem Blog sehe ich z.B. da ständig eine bescheuerte Fehlermeldung, war zum Verrücktwerden - also erstmal kam immer ein Timeout-Fehler, das kenn ich schon, weil ich offensichtlich nicht schnell genug schreibe und dann die Seite nochmal aktualisieren muss. Aber dann meckert's über nen ungültigen Wert, obwohl das Ergebnis bzw. die Antwort stimmt; und dann kam "Expired", klar, Zeit abgelaufen ... Na ja, okay, dann eben nicht. Wer da an so einer Hürde hängen bleibt, spart sich da auch den Versuch beim nächsten Mal. Schade, war aber auch nicht wichtig. Die meisten Kommentare sind auch eher so als Gruß oder Zuspruch gedacht. Ist ja nicht so, dass man da lange Leserbriefe erwarten würde. Ist ja eh ein asymmetrisches Verhältnis zwischen dem ggf. kommentierenden Leser und einem monologisierenden verantwortlichen Autor, also z.B. gänzlich anders als in Foren, wo ja zwischen gleichberechtigten Foristen (unter Aufsicht der Moderation) diskutiert wird.

Werbeblocker

Mal geschätzt, wie hoch mag der Anteil der Leser sein, die Adblocker (Werbeblocker) als Browser-Erweiterung installiert haben? Ziemlich hoch, ja? Bestimmt deutlich mehr als 60 %, würde ich mal vorsichtig schätzen. Nur über den Daumen gepeilt. Tendenz steigend. Sehe ich eben an der zunehmenden Diskrepanz zwischen den bereinigten Zugriffszahlen der Blogs und den Statistiken des Adsense-Moduls. In Adsense wird ja ein Zugriff nur gezählt, wenn das Adsense-Modul aufgerufen, d.h. wenn eine Seite ohne Werbeblocker geöffnet wird. Okay, in der Zählung des normalen Statistik-Plugins (Google Analytics hab ich allerdings nicht) sind sicherlich auch viele Hits von Bots und irgendwelchen Crawler- oder Suchprozessen erfasst, also sind bei weitem nicht immer echte Besucher, die Aufrufe im WP-Statistikmodul generieren, aber es müssen schon auch sehr viele User mit Adblocker-Plugins unterwegs sein. Fällt mir nämlich seit einiger Zeit auf, dass trotz unveränderten bzw. sogar leicht steigenden Besucherzahlen (auf Citronimus.de und hier) in meinem Adsense-Konto doch immer weniger Aufrufe erfasst werden.
In meiner letzten Firefox-Version wurde mir der Adblocker ja auch gleich zur standardmäßigen Installation mit angeboten. Daher werden viele die Werbeblockierung auch automatisch im Browser aktiviert haben.
Ich finde Adblocker eigentlich Kacke, muss ich mal so frei und offen sagen. Weil diese Online-Werbung ja noch die einzige Einnahmemöglichkeit für kleine und unabhängige Blogs darstellt, über die man dann zumindest einen Teil der Hosting-Kosten irgendwann mal wieder einspielen kann. Die kommerziellen und staatlich gesponserten Portale haben ja eh andere Geldquellen, die kratzt das nicht. Klar, es gibt Web-Administratoren und Sites, die das übertreiben mit ihren beschissenen Overlay- und Popup-Anzeigen. Besonders den Text überlagernde Werbebanner sind fies und ärgerlich. Aber solche Seiten besuch ich dann halt nach einem frustrierenden Anzeigeerlebnis auch nicht mehr. Bei mir auf citronimus.de sind's ja nur drei bzw. hier zwei Banner rechts, die niemanden stören und noch etwas Farbe reinbringen. Na ja, aber wäre das für mich von Belang oder würde ich darüber nachdenken, wenn ich jetzt nur gelegentlicher Leser oder zufälliger Besucher wäre? ... Eben.

Samstag, 8. April 2017

Einfach mal wieder schreiben

Habe letzte Woche seit langer Zeit mal wieder einen echten handschriftlich verfassten Brief von einem guten Kumpel, also einem Freund bekommen. Hab mich da seltsamerweise ziemlich drüber gefreut. War ja nur ein einfacher Brief, nichts besonderes. Na ja, ein Brief bedeutet mir doch irgendwie mehr als irgendeine zweizeilige SMS, Mail oder WA-Nachricht. Vielleicht auch, weil Briefe so selten geworden sind. Viele Leute können wahrscheinlich gar keine Briefe mehr schreiben, glaub ich. Natürlich ist es auch viel mühseliger und zeitaufwendiger als ne SMS oder WA/Viber-Message. Digitale Nachrichten sind ja völlig anders aufgebaut und abgefasst - im Ton und Stil viel lässiger, kürzer, prägnanter, minimalistischer; in der nächsten Entwicklungsstufe schickt man sich ja nur noch Bilder und Memes oder YT-Videoclips zu; ab und zu noch Grunzlaute im MP3-Format. Und dann diese Smileys, die ja auch nur Emotionskrücken sind, für das, was man sonst im Text mit Worten rüberbringt. Ich glaub, dass kaum noch jemand eigenhändig schreibt oder mit der Hand geschriebene Nachrichten erhält. Ja, der vor zwei Jahren verstorbene Peter Scholl-Latour hatte die Manuskripte seiner Bücher übrigens noch mit der Hand geschrieben. Hatte ich auch schon mal erwähnt oder? In handschriftlichen Texten steckt viel mehr unverwechselbar Eigenes, Persönliches, Charakter drin. Ach so, ich hatte doch auch vor zwei Jahren schon mal hier in diesem Posting drüber geschrieben und mir dann auch vorgenommen, mal wieder mehr auf Papier zu schreiben. Was ich dann aber auch nicht gemacht hab. Na ja, so viel zu guten Vorsätzen mal wieder.

Donnerstag, 30. März 2017

Ein ganz besonderer Saft

Hatte gestern Nasenbluten. Hatte ziemlich stark geblutet. Bestimmt irgendein Äderchen in der Nasenschleimhaut, was da gerissen war. Das waren bestimmt ein paar hundert Milliliter Blut, die ich insgesamt verloren habe. Seltsames Gefühl der Verletzlichkeit, ich meine, dass man doch relativ leicht "auslaufen" kann. Vielleicht besser, ich hätte das Blut gespendet. War guter Stoff, schade drum.

Montag, 27. März 2017

Pingpong

Ein Ping braucht ein Pong. Das muss so sein. War schon immer so, wird immer so sein. Ping ist nicht genug. Pong allein auch nicht. Ohne Ping kein Pong. Ein Spiel braucht beide. Hört man doch. Klick und Klack. Was ist schon ein einzelnes Ping? Der Ball kommt nicht zurück, er springt weg. Warst zu langsam oder hast ihn verpasst. Oft, zu oft. Im Spiel bleiben ist alles.

Dienstag, 14. März 2017

Kürbis

Letztes Jahr hatte ich auf dem Balkon übrigens richtig gute Kürbispflanzen, voll fette Blätter, ein echter Kürbisdschungel, die Stengel und Büten standen dicht. Hab leider kein Foto parat, aber es sah fantastisch aus. Die hatten aber dann keine einzige Frucht ausgebildet. Kürbispflanzen gehören ja botanisch gesehen zu den Beeren, denkt man auch nicht oder? Na ja, habe jedenfalls im letzten Jahr nicht einen einzigen Halloween-Kürbis ernten können, seufz.
Hatte mich noch gewundert, weil die Kürbispflanzen, die recht viel Nährstoffe brauchen, die ganze Zeit richtig gut gewachsen sind, über den Balkonrand und bis über die Fassade runter Ranken und Blütenstände entwickelten, aber ... offenbar fehlte es an Bestäubern. Kürbispflanzen sind zur Bestäubung auf Insekten angewiesen, die sich rar machen. Offenbar scheint's immer weniger Insekten zu geben. Schätze, irgendwann wird man Schmetterlinge, Bienen und Hummeln nur noch aus den Youtube-Clips und Botanischen Gärten kennen. Für die Kürbisse gibt's aber eine Lösung, die ich dieses Jahr vielleicht mal ausprobieren will: Kürbispflanzen von Hand bestäuben. An jeder Pflanze sind männliche und weibliche Blüten, also alles da, was man braucht. Na ja, nur so ein Gedanke, der mir kam, als ich auf den kahlen Balkonkasten blickte.
PS: Stengel schreibt man ja nach "neuer" Orthographie mittlerweile längst "Stängel", irgendwie gehört das zu den wenigen alternativlosen Schreibvarianten, an die ich mich nie gewöhnen konnte. Bei vielen Änderungen ist man ja noch zurückgerudert und hat auch die alten Schreibweisen als Alternativen zugelassen - und allgemein hat danach eher sprachliche Anarchie Einzug gehalten, viele Leute kümmern sich selbst nicht mehr um profane Dinge wie Getrennt- und Zusammenschreibung. Verrückt, also kommt vor, dass man bei simpelsten Wortfügungen, die früher eindeutig geregelt waren, immer noch überlegt, welche Variante jetzt zulässig ist. Die Rechtschreibreform kann man einfach nur noch beknackt und irre nennen ... Die Profs, die diesen Schwachsinn verbrochen haben und ohne Notwendigkeit eine intakte und problemlos zu erlernende Schriftsprache zerstört haben, die ... genießen wahrscheinlich schon ihre fürstlichen Pensionen ... Gelobt seien sie.