Donnerstag, 18. August 2016

Auszeit

Mal zur Abwechslung wieder etwas aus der Kategorie "Was hier alles so kreucht und fleucht"

Und die gewichtige Hummel ist auch immer mal wieder gern zu Gast. Stichwort: Hummel-Paradoxon :-)

Donnerstag, 7. Juli 2016

Mal einen Gang herunterschalten

Mal einen Gang runterschalten, beruflich etwas kürzer treten, in ruhigere Fahrwasser segeln, die Seele baumeln lassen, ja? Hört man doch oft, oder vielleicht hat’s der oder die eine oder andere vielleicht auch selbst mal gesagt.
Oft gehört, aber nie hinterfragt. Ich meine das Bild: einen Gang runterschalten. Eigentlich unlogisch, technisch nicht so stimmig, das gedankliche Bild oder?
Nach dem Herunterschalten erhöht sich die Motordrehzahl, und ein höheres Drehmoment ist verfügbar, d. h. die Zugkraft nimmt zu, z. B. der Motor leistet in dem Moment mehr Arbeit, wenn man gerade einen Berg hochfährt oder sich durch schweres Gelände wühlt. Ist ja auch gewollt. Da schaltet man in einen kleinen Gang, muss natürlich Gas geben und der arme Motor heult auf, wird heiß, das Kühlwasser kocht, der Benzinverbrauch steigt, Verschleiß ist höher … etc. pp. also Leuts, die immer in nem kleinen Gang fahren, nennt man auch Schleicher, rollende Verkehrshindernisse, Deppen usw. usf.
Ich meine, man fährt ja im kleinen Gang höhertouriger, und der Motor sowie die Abtriebszahnräder drehen somit schneller (höheres Übersetzungsverhältnis). Und die Crux des Ganzen ist Folgendes:
Da jeder von uns (nehme ich an) nur ein kleines Rädchen im Getriebe ist, kann man sich vorstellen, dass man sich beim Herunterschalten schneller drehen und somit auch härter arbeiten muss. Die Wunder der Technik bilden eben oft eine passende Analogie zum bunten Leben, man muss sie aber richtig anwenden bzw. interpretieren. Deshalb wundern sich ja viele Leuts, dass es eben mit dem Herunterschalten zwecks Stressbewältigung und Verbesserung der Life-Work-Balance doch net ganz so einfach ist?
Man kommt langsamer voran, muss dafür aber mehr vergleichsweise mehr leisten und quält sich vielleicht noch, tja ja…
Ja, ist nur eine Redewendung; okay, aber irgendjemand muss sich die ja irgendwann mal ausgedacht haben, aber vielleicht stammt der Ausdruck auch noch aus der Anfangszeit der automobiltechnischen Massenmobilisierung, als die Übersetzungsverhältnisse der Getriebe von Ford und Co. noch nicht so krass auseinander lagen oder man eh nur zwei Gänge (schnell und langsam) hatte und eher großvolumige (langsam drehende) Motoren gebaut wurden…  It’s all about Hubraum, Leute. Immer. Oder irgendein Sprachmensch ohne großes technisches Verständnis hat wie so oft mal was dahergelabert und alle haben’s übernommen.
Hmm, im Englischen heißt es ja auch „Downshifting“, fällt mir ein – wird auch im gleichen Sinne gebraucht… Na ja, aber eigentlich müsste man sagen: mal (einen Gang hochschalten und) Gas wegnehmen oder?

Dienstag, 5. Juli 2016

Handgreifliches

Die unsichtbare Hand, ja, die kennt man. Adam Smith, ja? Bisher dachte ich, dass die ausreicht für alle Belange des täglichen Wirtschaftslebens. Na ja, dann gäbe noch die Hand Gottes. Für alle Fälle. Die wäre auch nützlich, in letzter Instanz. Und die Hand des Staates natürlich, klar.
Aber eine dritte Hand brauch ich auch. Ich persönlich. Für's Löten. Ohne geht's wirklich nicht, merk ich.

Samstag, 2. Juli 2016

Fußball

Hey ho! Was mir doch gerade einfällt: Über Fußball hab ich hier noch gar nichts geschrieben oder? Nein, noch nie, wenn ich es recht bedenke. Außer irgendwann mal den einen oder anderen Balltreter erwähnt, z. B. den Lothar Matthäus, der übrigens jetzt noch eine tolle Karriere als Kommentator in England hinlegt, wie ich gehört hab. Seltsam, seltsam, dass mich Fußball so kalt lässt, genauer gesagt Profi-Fußball, obwohl ich mich doch sonst ausgiebig über jeden Kack auslasse, sorry, über jeden Aspekt des täglichen Daseins, über Gott und die Welt. Lässt sich aber auch ganz leicht begründen. Erstens hab ich keine Ahnung von Fußball, geb ich offen zu, und zweitens interessiert's mich nicht so richtig. Die Mannschaftssportarten hab ich selbst auch nie so richtig gemocht. Was witzig war, aha, ja, als ich damals in England gelebt und gearbeitet hab, da hat jeder gedacht, alle Deutschen müssten Fußball mögen und auch gut spielen können wa? Fanden die irgendwie ungewöhnlich oder exotisch, dass ein normaler männlicher Deutscher, der ich ja nun einmal war und bin ... - okay, so richtig normal bin ich ja auch nicht, könnte man einwenden; aber also dass so jemandem Fußball weitgehend am Allerwertesten vorbeigeht. Ich schau mir natürlich das eine oder andere Spiel an, wenn es sich ergibt, und freu mich dann auch über nen gutes Tor, und ich weiß auch die Leistung zu schätzen, wenn jemand halt sehr schnell oder sehr geschickt am Ball ist, klar ja, aber ich schaue es mir dann - hmm, wie soll ich es ausdrücken - eher emotionslos an, jedenfalls ohne groß mitzufiebern, also etwa so, wie ich mir auf der Straße unten anschaue, wie ein Penner an die Hauswand pinkelt, oder so wie ich ins Aquarium schaue, um zu sehen, was die Fische da treiben (vielleicht das bessere Bild), tja ja, so ist das - aber gut, das war es also, was ich zum Thema Fußball mitzuteilen hatte.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Syma X5C

Ein neues Hobby hab ich auch. Mal wieder etwas, um meine Weltsicht zu erweitern, um die Welt von einer anderen Seite aus zu betrachten. Von oben nämlich. Mit einer kleinen Drohne, einem Quadrokopter. Man soll sich ja immer mal neuen Herausforderungen stellen, in diesen Zeiten wichtiger als je zuvor, wie wir wissen. Geiles Spielzeug jedenfalls, mit etwas Übung auch gut zu steuern. Darf nicht zu windig sein. Erstaunlich leistungsfähig, auch die Kamera macht recht brauchbare Videobilder; hätte ich nicht gedacht. Also für die Preisklasse insgesamt fast schon sensationelle Performance... Na gut, ich flieg dann mal weiter...

Mittwoch, 8. Juni 2016

SuB - Stapel ungelesener Bücher

Ja, so ein Stapel, der ein beunruhigendes Ausmaß annimmt, hat sich erstaunlicherweise, wie ich zugeben muss, mittlerweile bei mir auch angesammelt. Hmm, wobei noch andere "ungelesene" oder geschenkte bzw. mal übernommene Bücher herumliegen, die ich aber in absehbarer Zukunft nicht lesen werde (weil sie mich dann nach dem ersten Blättern doch nicht mehr so interessieren, wie ich dachte, oder weil man es zeitlich gar nicht schafft - ja ja, Prioritäten setzen).
"Stapel der Bücher, die ich in nächster Zeit unbedingt lesen will" trifft es daher wohl eher. Gut, ich les eh immer erstmal ein paar Seiten an, bevor ich ein Buch auf diesen (gedachten) Stapel lege und es mir dann später in Ruhe vornehme. Trotzdem, dieser Stapel war bei mir noch nie so groß wie jetzt. Woran das liegen mag?
Ach so, auf meinem E-Book-Reader schlummern ja auch noch etliche Werke in elektronischer Form. Na ja, die Dateien kann man halt nicht so eindrucksvoll auf nem Foto drapieren. Und darüber hinaus gäbe es bestimmt noch tausende und abertausende andere Autoren und Bücher, die mir ebenso gefallen würden, ... wenn ich sie denn kennen würde.
PS: Noch vergessen, Hugh Howey fehlt noch auf dem Stapel - also die (aber noch nicht beschafften) Nachfolgebände zu "Silo", was mir mal sehr gut gefallen hat; sehr guter Autor, der wohl aus der Selfpublishing-Ecke stammt ... aber mal sehen, erstmal vorgemerkt.
...

PPS: Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben; man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. (Karl Kraus) - Ich denke, das gelingt mir gut bzw. immer besser wa?

Dienstag, 7. Juni 2016

Lektüre

In letzter Zeit hab ich mal wieder in Ruhe einige Bücher lesen können, die ich mir längst vorgemerkt hatte. Na ja, teilweise auch Romane, die die meisten Leute, die ich kenne, vielleicht gar nicht kennen oder lesen würden, aber mich interessieren halt auch mal etwas abseitige Sachen, an denen ich vor zehn, fünfzehn Jahren auch keinen Geschmack gefunden hätte. Dennoch wär schon das eine oder andere erwähnenswert, wobei "abseitig" auch wieder Blödsinn ist - es ist eh alles Mainstream-Literatur, was uns vorgesetzt wird. Wie würde man als Normalo überhaupt von einem guten Buch erfahren, wenn's nicht schon in allen Feuilletonspalten durchgehechelt und in irgendwelche Bestsellerlisten reingedrückt und auf den Tischen jeder Bahnhofsbuchhandlung präsentiert worden wäre? Na ja. Ich notiere hier einfach mal kurz, welche Werke da in letzter Zeit bei mir nen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Auf die eine oder andere Story komme ich vielleicht mal zurück, vielleicht auch nicht:
"Stoner" von John Williams (richtig gut); "Hart auf hart" von T. C. Boyle (spitzenmäßig); "Distelfink" von Donna Tartt (okay, aber zu viel Geschwätz); "Der Turm" von Uwe Tellkamp (recht gut, einige Szenen sogar super, aber ansonsten gibt sich der Autor größte Mühe, die Leser zu langweilen, ist seitenweise quasi unlesbar, hab sehr lange gebraucht, es zu Ende zu lesen); im Gegensatz dazu "Als wir träumten" von Clemens Meyer (von vorn bis hinten in einem Zug, weil echt Klasse geschrieben); war noch was? Hmm... schon ein paar Monate her: "Schlump" von Hans Herbert Grimm (na ja, auch ganz okay, aber nix Besonderes). Okay, das war das, was mir jetzt auf die Schnelle einfiel. Waren ja auch einige dicke Schinken drunter, besonders der Distelfink und Tellkamp, da hat man ja entsprechend länger dran zu knabbern. Ach so, und als Hörbuch (zum Einschlafen) hab ich immer noch den Peter F. Hamilton mit diesem Armageddon-Zyklus am Wickel. Ist aber auf Dauer echt zu ermüdend... na ja, Hamilton schreibt schon sehr gut (und/oder es ist gut übersetzt), aber der Zyklus ist da einfach zu lang geraten. Keine Ahnung, welcher Teufel ihn geritten hat, da sechs Bände draus zu stricken. Großer Fehler, find ich. Hätt er sich vielleicht auf drei Teile beschränkt, wär es genial gewesen.

Freitag, 13. Mai 2016

PS:

Fünfte Klasse oder so? Irgendwann fing das jedenfalls an, dass man da seine Berufswünsche zu Protokoll geben musste. Man war angehalten, einen ersten und einen zweiten, also alternativen Wunschberuf anzugeben. Falls es also mit der Karriere (dieses Wort war natürlich verpönt, man benutzte es selten bis nie) als Tiefseetaucher oder Jagdflieger nicht klappen sollte, konnte man immer noch eine andere berufliche Laufbahn einschlagen, etwa als fleißiger Traktorist oder stolzer Lokomotivführer, man hätte sogar Binnenschiffer werden bzw. einen diesbezüglichen Wunsch anmelden können. Kapitän werden, man stelle sich vor, und auf einem rostigen Lastkahn den Mittellandkanal entlang schippern – der Traum vieler Jungs, damals. Die Auswahl war verständlicherweise nicht groß, aber Alternativen gab’s. Natürlich konnte man sich nicht hinstellen und sagen: Alda, ich werd da mal was mit Medien machen oder Künstler werden, also Lebenskünstler. Das war nicht drin, Leute. Sag ich mal so klipp und klar. Wer Penner werden wollte, konnte schließlich rübermachen. Basta. Quatsch, konnte man natürlich nicht, verflucht noch eins. Nee, so nicht. Nicht so. Nicht ohne weiteres. Jedenfalls, aha, jetzt fällt mir ein, was ich ursprünglich erzählen wollte: Da wurden diese Zettel also nach ein paar Minuten Bedenkzeit vom Klassenleiter eingesammelt und irgendwann später zurückgegeben. Oder war das sogar noch diese cholerische und hoffnungslos überforderte Lehrerin, die wir in der Unterstufe hatten? Von der hatte ich ja schon früher mal andeutungsweise erzählt. Nein, ich glaub, die Bemühungen zur beruflichen Orientierung und Lenkung des Jungpersonals starteten erst etwa in der 5. Klasse. Welchen Hintergrund das alles hatte, soll uns jetzt aber auch nicht interessieren; es ist nebensächlich, belanglos, unwichtig.

Je nach Lust und Laune hatte dann der Lehrer auch irgend’nen mündlichen Kommentar für uns parat, spöttisch oder launisch, abhängig davon, wie er so drauf war. Da lachten wir dann. Kinder lachen gern über Späßchen (oder über Mitschüler). Ist allerdings immer eine Gratwanderung für nen Lehrer, da das manchmal außer Kontrolle gerät und dann die Disziplin leidet … tja, ja. Unser Klassenlehrer, Mathe hat er übrigens in erster Linie unterrichtet, der war aber schon eine ziemlich coole Sau, ganz anders als diese frustrierten Lehrerinnen in der Unterstufe. War ein sympathischer und kerniger Typ, fair und umgänglich auch, einer von denen, die im wahrsten Sinne des Wortes eine natürliche Autorität verkörpern. Seewolftyp etwa. Keiner von diesen Luschen und Schlappschwänzen, beg your pardon, die heutzutage auf die Kinder losgelassen werden … War ja übrigens, wenn ich mir diese Bemerkung mal erlauben darf, ein Problem für Heranwachsende männlichen Geschlechts, dass man in frühen Schul- und Kinderjahren einfach zu vielen erzieherischen Einflüssen von weiblicher Seite ausgesetzt war und diesbezüglich manipuliert wurde (jede Erziehung ist bekanntlich auch Manipulation). Es fehlten im Kindergarten und dann im Schulalltag, jedenfalls in den unteren Klassenstufen – und oft auch zu Hause – die wahrhaftigen männlichen Vorbilder, die „Role Models“ des eigenen Geschlechts, an denen man sich als Kind unbewusst orientiert, an denen man sich misst, die man vielleicht bewundert und denen man nacheifert. Stattdessen waren da gar keine männlichen Bezugspersonen oder nur Luschen. Oder eben frustrierte Frauen. Solche, für die Schönschreiben und Sauberkeit der Hefte wichtiger war als Wissen, Rechnen, logisches Denken. So wie sie in den ersten Klassen Bienchen oder Schnecken in die Hefte gestempelt haben, so wurden auch die (männlichen) Kinderseelen abgestempelt, verkorkst, fehlgeprägt.
Leuchtet wohl ein, dass das nicht gut gehen konnte. Die traurigen Ergebnisse kann man tagtäglich bei Tageslicht auf den Straßen und in den Bahnen besehen. Oder an sich selbst … ;-) Daher war der Klassenlehrer, den wir ab der 5. Klasse hatten, für viele sicherlich überhaupt die erste männliche Bezugsperson (sofern ein Vater nicht verfügbar). Und Mathe hat damals auch noch Spaß gemacht. Okay, ich übertreibe vielleicht etwas, nicht wirklich Spaß, aber erträglich war es. Schwamm drüber, Deckel drauf. Klappe zu, Affe tot.