Freitag, 28. November 2014

Ei, ei...

„Haste kein iPhone, dann haste kein iPhone.“
Wie wahr, wie wahr.
Bis zum heutigen Tag erschloss sich mir die Bedeutung dieses Werbeslogans nicht.
Aber heute machte es Klick, und mit einem Mal stand es mir klar vor Augen...  Ich habe nämlich kein iphone, und daher hab ich keins. Was Kacke ist. Manchmal. Wenn ich es bräuchte. So wie heute.
(Beitrag aus Zeitgründen stark gekürzt)

Freitag, 21. November 2014

Mittwoch, 12. November 2014

Die Frage


„Ham se denn alles bekommen“, sagt die Kassiererin, als sie mir das Wechselgeld und die Einkaufsquittung reichen will.
Obwohl ich dieses Ritual schon unzählige Male erlebt habe, bin ich doch immer wieder einen winzigen Moment lang verdutzt. Dieser Moment des Zögerns, bis mir bewusst wird, dass dieser betonungslos dahingesagte Satz als Frage gemeint war, reicht ihr aus, um mir mit dem Klimpergeld auch den Kassenbon aus bisphenolhaltigem Papier in die Hand zu drücken. Unangenehm fasst er sich an, so wie das dünne, rasch verblassende Thermotransfer-Faxpapier, das es früher gab. Im Bruchteil einer Sekunde laufen in meinem Resthirn verschiedene Wahrscheinlichkeitsoperationen, Gedankenschleifen und Befehlsroutinen ab, obgleich die Frage, die zu stellen alle Kassenkräfte angehalten sind, nur eine hohle Phrase ist: Ob ich denn im Kaufland alles bekommen habe, was ich kaufen wollte, interessiert in Wirklichkeit niemanden. Es ist ein unnötiges Ritual. Sie muss es fragen, und sie hasst es, das kann man ihr ansehen. Ihre Vorgesetzten hatten die Idee, zwecks Steigerung der Kundenzufriedenheit alle Käufer an der Kasse unter Vortäuschung von Interesse nach etwaigen vermissten oder nicht in Regal oder Kühltruhe gefundenen, weil ausverkauften oder nicht angelieferten Waren zu fragen. Das nervt zwar den Kunden, aber spart Geld des Unternehmens, das man sonst für extern beauftragte Umfragen, Bestandsprüfungen, langwierige betriebswirtschaftliche Analysen oder sonstiges Voodoo aufwenden müsste.

Ich hasse es, auf nicht ernst gemeinte Fragen zu antworten, auf geheucheltes Interesse höflich zu reagieren und spiele dieses Spiel ungern mit. Wie immer bin ich hin- und hergerissen zwischen den beiden Handlungsalternativen, die sich ergeben. Wenn ich nein sage, ist sie verpflichtet, nachzufragen, was ich denn nicht bekommen habe. Anfangs taten sie immer noch so, als notierten sie sich fehlende oder ausverkaufte Produkte… was irgendwie auch peinlich war, da man sich gelinde gesagt lächerlich kleinkrämerisch vorkommt und es mir eigentlich völlig unwichtig ist, aber hey, man ist halt so erzogen, wahrheitsgemäß zu antworten und will nur helfen. Wie gesagt, ein seltsames, aber bedeutungsloses Ritual.
Mittlerweile zucken sie manchmal nur noch mit den Schultern oder verweisen mich an den Infostand. Schönen Dank auch, Tusse, dann frag halt nicht. Wenn’s mir wichtig wäre, würde ich es am Infostand schon selber reklamieren, oder ich geh halt meinen Kram woanders kaufen… Es ist uns Beiden doch schnurzpiepegal? Da man der Kassiererin ansieht, wie egal es ihr ist, tut sie mir wiederum auch leid… Ich denke dann daran, dass humanoide Kassiererinnen auch bald eingespart werden; die Kunden müssen dann ihren Krempel selbst übern Scanner ziehen und die Karte ins Lesegerät schieben, oder der Preis wird automatisch übers Smartphone abgebucht. Der einzige Grund, warum das noch nicht geschieht, besteht wohl darin, dass man die Kunden für zu blöd oder nicht vertrauenswürdig hält…
Apropos ritualisierte Phrasen: Alles gut? Geht’s gut? Klar geht’s gut. Muss ja! Wir melden uns dann bei Ihnen. Oh ja, ganz sicher doch. Hat mich gefreut. Wollt ich ja nur mal gesagt haben.

Dienstag, 11. November 2014

Persönliche Wasserstandsmeldung

Kategorie "Befindlichkeiten": Ein Schnupfen hat mich seit Samstag wieder fest im Griff. War ja mal wieder fällig. Zwar kein Drama, aber lästig; und da ich mich ja sonsterdings (glücklicherweise) meist bester Gesundheit erfreue, empfinde ich das ständige Geniese und Geschniefe immer als unangenehme Einschränkung meiner Lebensqualität. Andererseits komme ich so endlich mal dazu, diese unglaublich sanften Atemfrei-Taschentücher auszuprobieren, deren Zellstoff selbstverständlich aus nachhaltig oder verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern und so weiter stammt. Da stecke ich also meinen verstopften Rüssel alle paar Minuten in ein frisches, nach Menthol duftendes Zellstoff-Taschentuch. Ich lese gerade auf der Packung:
Soft & Sicher (LOL): Mit ätherischen Ölen für ein freies Atmen. Sanft zur Nase mit verwöhnender Lotion. Häh? Lotion? Igitt, hab ich jetzt ne schleimige Lotion an der Nase? Spüren tu ich aber nichts...