Samstag, 31. Dezember 2016

Zur Frage des multimedialen Grußspammings

Na ja, Leute, mal ehrlich, ich mag's nicht, wenn man mir diese beknackten Videoclips und animierten Bilder mit vorgefertigten Botschaften über WhatsApp oder Viber schickt. Mag sein, dass die spaßig und voll witzig sind. Für mich ist es meistens nur lästig und Zeitverschwendung, mir das anzuschauen. Nichts für ungut, aber da steckt nichts Persönliches drin. Ist es nicht auch irgendwie affig, bunten oder klingenden Datenmüll weiterzuleiten, den eh jeder bekommt, teils mehrmals von verschiedenen Leuten? Elektronische Glückwunschrituale als Endstufe der Infantilisierung, wenn man sich nichts mehr zu sagen hat. Oh, Freunde, Friends und Leute, das ist doch so unpersönlich!
Einfach einen Gruß bzw. kurzen Glückwunsch in die Tastatur hämmern, würde ja schon reichen und hätte eine viel höhere, weil persönliche Wirkung. Kurzes "Hey, alles klar?" ist doch okay, man muss sich auch nicht immer gegenseitig zutexten. Das dauert fünf Sekunden und ist allemal besser als den Speicher des Adressaten mit diesen vorkonfektionierten viralen Clips und Bildchen vollzuspammen, von denen eh jeder weiß, dass die bequemerweise nur von einem zum anderen User weitergeleitet werden. Ich muss das Zeugs dann immer manuell aus der Galerie löschen und empfinde das daher schon als lästig.
Haha, übrigens: Eine Glückwunsch-SMS zu Weihnachten, die ich jedes Jahr von einem (wie ich dachte) engen Verwandten bekomme, beginnt immer mit dieser Anrede: "Meinen lieben Kunden, Freunden und Bekannten ..."
Haha, das ist maximale Effizienz, standardisierter Text und mit einem Tastendruck an das ganze Telefonbuch versendet.

Freitag, 9. Dezember 2016

Des Teufels Inserat

Schneeflocken wabern über meinen Screen. Bunte Werbebanner zucken, blinken und locken. Die animierte Werbung für die größte Lotterie der Welt, hübsch gestaltet mit einer explosiv aussehenden 25%-Weihnachtskugel, versetzt mich in einen schläfrigen Zustand ...
10-Prozent-Gutschein bei Teufel einlösen, lese ich. Nur heute!
 

Täglich gibts ein dickes Wow!
Des Nachbars Katze macht Miau,
der Teufel macht längst reiche Beute,
sein Angebot gilt nur noch heute.
Bunt blinkend lockt das Werbefeld,
egal, noch hab ich nix bestellt,
ich kauf beim Satan mit Rabatt,
na Teufel auch, das mach ich glatt.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Die Modernisierung meiner Mutter

So heißt ein Band mit lesenswerten Kurzgeschichten. Ein wirklich tolles Buch, was mir letztens empfohlen wurde und das ich demzufolge auch gerade lese... Muss ich kurz mal loswerden und weiterverbreiten, auch wenn fremde Empfehlungen von so unwichtigen Leuten wie mir eigentlich belanglos sind und die Blogosphäre nur mit etwas wohligem Hintergrundrauschen anreichern. Die Erzählungen sind aber so geil, dass ich den Titel trotzdem mal erwähne ...
Der Autor, den kannte ich eigentlich noch gar nicht, muss daher mal kurz nachschauen, wie der heißt, wartet mal kurz - ich verwechsele nämlich seinen Namen immer, der heißt so ähnlich wie Björn Borg, der in den 70ern ein berühmter Tennisspieler war. Den werden die meisten wohl gar nicht mehr kennen. Jedenfalls war der Björn Borg damals, in der zweiten Hälfte der 70er Jahre, einer der Besten seiner Zunft; hatte aber dann im Alter von 26 schon seine Karriere beendet - das war ja lange vor Becker und Konsorten. Tja, und dieser Björn Borg, der hatte noch echte Klasse. Alter Schwede, der konnte spielen. Der hatte eine neue, damals überlegene Spielweise bzw. Grifftechnik entwickelt, die kraftvolle und sehr präzise Rückhandschläge beidhändig ermöglichte. Und der blieb immer cool, rastete nie aus, was ihn ja von vielen Gegnern, z. B. dem berüchtigten John McEnroe, stark unterschied. Die Borgsche Coolness imponierte mir wohl immer. Natürlich lebt er auch noch - hatte eine unglaublich erfolgreiche, aber eben auch sehr kurze Karriere, das waren nur zwei oder drei Jahre - eben wie dieser (unübersehbar) helle Schein einer Wunderkerze, die in wenigen Sekunden heruntergebrannt ist. Björn Borg, kann man sich auch mal merken. ;-) Genau wie den Autor dieses oben erwähnten Erzählungsbandes - der nennt sich Bov Bjerg, was so ähnlich klingt, wie ich eben schrieb. Jedenfalls scheint er einen gesunden Sinn für Humor zu haben, dieser Bov Bjerg. Hat aber nichts mit Tennis zu tun, auch sonst mit nichts, sind einfach sehr gute Storys. ;-)

Freitag, 25. November 2016

Sahra Wagenknecht

https://youtu.be/-aI7K9tFDyw
Generaldebatte im Bundestag vom 23.11.2016. Gelungene Rede, soll daher auch mal hier festgehalten werden. In der Analyse der aktuellen Lage stimme ich mit der Sahra Wagenknecht überein, also in vielen Punkten liegt sie meiner Meinung nach richtig, auch wenn bzw. obwohl sie die Parteibasis nicht hinter sich hat. Jedenfalls ist sie nicht weit von meinen Ansichten bzw. Beobachtungen entfernt. Ich ziehe letztlich nur andere Schlüsse daraus, denke ich. Und von Klassenkampfrhetorik und Reichen-Bashing hab ich mich auch längst gelöst. Die Kritik am Globalkapitalismus müsste nach meinem Verständnis eher Kritik an der "Ideologie des Globalismus" sein. Denn gerade die Macht der bestehenden Konzerne, die ja zu Recht kritisiert wird, wird durch die von links unterstützte Politik der Zerstörung/Auflösung der Nationalstaaten weiter gestärkt. Je schwächer die Nationalstaaten, desto geringer die Möglichkeiten zur Mitbestimmung durch die Staatsbürger, desto größer Macht bzw. Einflussnahme durch intransparente supranationale Organisationen, Konzerne und milliardenschwere Privatpersonen, die dann grenzen- und schrankenlos agieren, sich aus jeder Region die Rosinen herauspicken und sich doch jeder regionalen/nationalen Gerichtsbarkeit entziehen können - die sind die wahren Weltbürger, alle anderen bleiben ohne Nationalstaaten nur ausgeliefert und in ihrem Knechtsdasein gefangen.
Oder anders ausgedrückt: Die Auflösung der westlichen Nationalstaaten hinterlässt zwangsläufig ein Vakuum, das u. a. von den Konzernen und Plutokraten ausgefüllt
wird. Die Konzerne werden die neuen Staaten, sekundiert von Abnick-Parlamenten.

 Aber gut, trotzdem mag ich die Sahra Wagenknecht, sie ist eine kluge Frau, leider ja wohl mittlerweile ziemlich isoliert in der Partei oder? In den 90ern hatte sie ja auch, damals mit der kommunistischen Plattform eine Minderheitsposition inne. Okay, weitere Linke fallen mir jedenfalls momentan nicht mehr ein, die sich ähnlich überlegt und vernünftig geäußert hätten. Man achte auch auf die Reaktionen auf den Regierungsbänken. Die versteinerten Gesichter, das zur Schau gestellte Desinteresse, die reflexartigen Buhrufe - die haben noch nicht mal zugehört. Die Arroganz der Macht.

Dienstag, 8. November 2016

Zu den US-Wahlen

Morgen ist es ja soweit. Nach dem, was ich so mitbekomme, hat sich der Wind in der hiesigen Presselandschaft bezüglich der US-Präsidentschaftswahlen in letzter Zeit doch leicht gedreht oder? Erst hat man doch aus allen Rohren gegen Trump gefeuert, doch jetzt, da seine Chancen doch besser stehen als erwartet, lässt man auch mal moderate Unterstützer zu Wort kommen. Selbst von Michael Moore war neulich was in der Art zu vernehmen, was man eher als pro-Trump-Meinung werten konnte. Na ja, solche Wortmeldungen wie meine hier sind eigentlich auch überflüssig, hab ich bisher auch immer ausgespart. Folgt dem Motto: Es ist alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Aber was soll’s. Mein Blog, meine Meinung: Es ist allein Sache der Amerikaner, ihren Präsidenten zu wählen. Wenn die Amerikaner sich mehrheitlich von Trump verstanden und vertreten fühlen, dann mögen sie ihn wählen. Die hierzulande verbreitete mediale Parteinahme wundert natürlich nicht, das Feuern aus allen Rohren gegen Trump, was einer Einmischung in die amerikanische Innenpolitik gleichkommt – und nichts anderes ist die pro-clintonsche Hofberichterstattung – wirkte auf mich doch eher befremdlich und lächerlich. Wenn Donald Trump gewählt werden sollte, dürfte im Verhältnis zu Merkeldeutschland daher wohl erstmal eine Eiszeit eintreten. Ich las mal, dass es damals bei Jimmy Carter ähnlich war, der auch im Wahlkampf vom alteingesessenen Establishment angefeindet und dämonisiert wurde, letztlich aber eine durch eine moderate und überlegte Amtsführung zu überzeugen wusste, wobei jedoch durch die parteiliche Positionierung des damaligen Bundeskanzlers Schmidt gegen Carter das Verhältnis zur Bundesrepublik unter Carter beschädigt war.
Zweitens denke ich eben, dass ein Konflikt mit Russland unter Hillary Frau Clinton erheblich wahrscheinlicher wäre/wird als unter einem Präsidenten Trump. In der Frage von Krieg und Frieden vertraue ich einem pragmatischen, auf das Wohl der US-Mittelschicht orientierten Isolationisten Trump, der eher einen Ausgleich mit Russland sucht, mehr als der Clintonfrau – und das ist letztlich eine existenzielle Frage für uns, im Grunde die einzige, die für uns diesbezüglich wirklich maßgebend sein sollte. (Zu diesen Ansichten bin ich nach Auswertung der mir verfügbaren Quellen (Reden, Videos, Presse) im letzten Jahr gekommen.)

Warum knallt es so oft in Berlin?

In Berlin knallt es öfter, meistens nachts. Seltsam, ja. Ich hatte das auch schon mal hier erwähnt, wie ich gerade sehe (in meinem preisgekrönten Posting "Der große Knall"). Ist schon länger so. Manchmal hab ich den Eindruck, dass das Schüsse sind. Man hat es ja, insbesondere, wenn man noch gedient hat, doch irgendwie im Blut bzw. im Hinterkopf, wie sich Schüsse anhören. In den letzten Wochen bin ich zwei Mal mitten in der Nacht aufgewacht, das muss so gegen 4 Uhr gewesen sein, weil es in kurzer Folge mehrmals geknallt hat. Es hörte sich an wie ein kurzer Feuerstoß oder drei schnelle Schüsse Einzelfeuer aus einer automatischen Waffe. Die Häuser verstärken natürlich solche Geräusche, so dass man richtig hochschreckt. Wer oder was das wohl sein mag? Scheint aber niemand Anstoß zu nehmen, jedenfalls hab ich nirgendwo gehört, dass das ein Aufreger wäre. Taugt wohl nicht als Empörung, solange keiner einen Böller direkt vors Kanzleramt wirft.
Man will ja auch glauben, dass es nur harmlose Böller sind. "I want to believe" - das stand ja damals auch auf diesem UFO-Poster, das im Büro von Agent Mulder hing. Ja, die gute alte Zeit der X-Akten. Ich will (daran) glauben, muss mir aber noch Mühe geben ...

Donnerstag, 3. November 2016

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Lost in Transition

Immer interessant, am eigenen Leibe zu erleben, wie Konzerne ihre Prozesse so weit verschlanken können, dass sie ihren eigenen Kundenbestand herunteroptimieren. Die Abschaffung der Kunden als höchste Stufe der Rationalisierung.

Umstellung von Simyo zu Blau.de (Mobilfunk): Da beide Marken zum selben Konzern Telefónica gehören, hat man sich offenbar Synergien aus der Zusammenlegung der Kunden- und Vertragsbestände versprochen. Der realisierbare Wert dieser Synergieeffekte wird wohl den Markenwert von Simyo übersteigen. Der Goodwill von Simyo wird somit komplett abgeschrieben, Kunden- und Vertragsbestände werden von der anderen Konzernmarke übernommen.

Simyo wird abgeschafft, und alle Nummern werden von Blau.de übernommen. So der Idealfall. Hat sicherlich auch in den meisten Fällen geklappt, hier aber nicht. Mit der Abschaltung des Simyo-Teilnetzes wurde die Nummer abgeschaltet, aber unter Blau.de aus irgendeinem unerfindlichen Grund nicht mehr aktiviert.
Symptomatisch: Da es sich um reine Online-Anbieter, also internetbasierte Unternehmensmarken handelt, gibt es keine menschlichen Ansprechpartner, keine beschreitbaren Wege, um besondere Kundenanliegen zu kanalisieren, die nicht den vorgegebenen Standardfragen im FAQ-Bereich zuzuordnen sind. Zumal man aufgrund der missglückten Umstellung nun gar kein Kunde mehr ist, da die Nummer nun als nicht vergeben bezeichnet wird. Guthaben ist auch erstmal verloren, da die Nummer weg ist bzw. gesperrt sein soll. Lost in Transition …
Kosteneinsparungen durch den immer weiter gehenden Abbau oder Verzicht auf Servicepersonal und eine 100%ige Abhängigkeit von einer Online-Infrastruktur können letztlich zu harten Kunden- und Umsatzverlusten führen. Auch wenn normalerweise ein Geschäft standardisiert abläuft, ist eine Netzzusammenlegung halt ein sensibler Vorgang, dem man vielleicht etwas mehr Beachtung hätte schenken sollen.

Montag, 3. Oktober 2016

Kulturelles

In der Schule hat man ja immer viel auswendig gelernt, ja? Bei euch auch? Wir mussten oft Gedichte auswendig lernen, dann vor der Klasse vortragen. Wie brave Papageien haben wir die heruntergebetet, ohne Sinn und Verstand. Kommt einem heute irgendwie seltsam vor oder?
Die Liebe zur Poesie wurde da in einem Kind bestimmt nicht geweckt, indem man es zwang, irgendwelche Verse auswendig zu lernen, für die man in dem Alter eh keine Antenne hat. Interpretation war ja weitgehend vorgegeben.  Ich mag auch heute noch keine Gedichte.
Vieles war auch politisch motiviert, klar, und dann diese beknackten Kampflieder erst im Musikunterricht.
Eine Stelle in einem bekannten Lied ging so:
 ... der Flügelmann im letzten Glied, 
mit Stahlhelm und MPi, 
als Melker der Genossenschaft, 
betreute er das Vieh....

Refrain : Gute Freunde, gute Freunde in der Volksarmee
Sie schützen unsere Heimat
zu Land, zur Luft und auf der See, juchhee


Haha.... weiter kenn ich den Text nicht mehr. Irre, wa?
Schwer, davon als Kind keine bleibenden Schäden zurückzubehalten.
Gesungen klingt das natürlich viel bessser, richtig schneidig.

Dienstag, 27. September 2016

Fragen

Wie hoch ist die Lebenserwartung von Schmetterlingslarven, die mitten in ein Termitenvolk geraten? Oder die eines Schafs, das in eine Schlangengrube springt oder sich einem Wolfsrudel anschließen möchte?

Welche Rolle spielen junge, vorzugsweise weibliche Gesichter für untergehende Ex-Volksparteien und das dortige Karteileichenklientel? Man betrachtet sie als hübsche Larven oder? Ja, kein Problem. Warum sollte man sich die Zugkraft junger Larven nicht zu Nutze machen? Doch aus einer Larve wird irgendwann eine Puppe. Was erhofft sich denn nun eine Larve im Termitenbau? Klar, sie will sich einnisten, sich dann von innen nach außen durchfressen und schlüpfen. Da könnte die Larve auch die Rechnung ohne ihren Wirt gemacht haben. Was, wenn gefräßige Insekten erkennen, dass sie sich ein Kuckucksnest ins Ei gelegt haben? Quatsch, umgekehrt natürlich (ist schon spät :-). Oder auch mal völlig frei und trans- bzw. interdisziplinär in den Raum gefragt: Was würden Vertreter dieser seltsamen kalifornischen Schneckenart denken, die von parasitär lebenden Trematoden befallen und allmählich von innen aufgefressen werden? Ganz langsam, nach und nach werden diese Schnecken zombifiziert, sie fressen und leben fremdgesteuert noch lange weiter. Leben die noch wirklich? Klar, aber wie bewusst? Alternativloses Weiterkriechen ist angesagt. Weiter, weiter, nur nicht anhalten. Immer schön der Schleimspur des Vordermanns folgen, nicht ausrutschen.

Donnerstag, 15. September 2016

xxx

Irgendwann in den späten 70ern lief die Serie "Kung Fu" mit David Carradine. Kennt die noch jemand? Ach nee, da wart Ihr bestimmt noch nicht auf der Welt. Na, jedenfalls der unvergessene David Carradine aus dem Schauspieler-Clan der Carradines hat da einen chinesischen Mönch auf seinen Wanderungen durch die USA zur Zeit des Wilden Westens verkörpert ...
Na ja, aber was wollte ich schreiben ... ach so, ja.
Der Shaolin-Mönch namens Kwai Chang Caine gab in der Serie u.a. immer fernöstliche Weisheiten zum Besten. In einer Folge, als er längere Zeit in einer Stadt gelebt hatte, das war wohl San Francisco, sagte er sinngemäß: "Wenn du sehr lange an einem Ort verweilst, dann kommt die Welt zu dir."
Und das kommt mir immer in den Sinn. Ich lebe ja schon recht lange in Berlin.

Dienstag, 30. August 2016

Tomaten

Reiche Tomatenernte dieses Jahr. Cool. Von drei eingetopften Balkonpflanzen hab ich bestimmt schon 20 reife Tomaten gepflückt, und vorgestern hab ich noch mal über 30 grüne gezählt. Insgesamt werden's also bestimmt über 50. Mal sehen ... So viele hab ich noch nie als Ausbeute von nur drei Balkonpflanzen gesehen. Scheint wenigstens, was die Tomatenernte angeht, ein Rekordjahr zu werden. Nja, vielleicht liegt's auch an der Sorte. Kann sein, die Pflanzen aus den letzten Jahren waren kleinwüchsiger, so wie hier auf dem Foto. Die diesjährigen werden größer, eine Pflanze ist riesig; schmecken auch sehr gut, aromatisch, leicht säuerlich. Tja ja, geht nichts über heimische Tomaten.

Donnerstag, 18. August 2016

Auszeit

Mal zur Abwechslung wieder etwas aus der Kategorie "Was hier alles so kreucht und fleucht"

Und die gewichtige Hummel ist auch immer mal wieder gern zu Gast. Stichwort: Hummel-Paradoxon :-)

Donnerstag, 7. Juli 2016

Mal einen Gang herunterschalten

Mal einen Gang runterschalten, beruflich etwas kürzer treten, in ruhigere Fahrwasser segeln, die Seele baumeln lassen, ja? Hört man doch oft, oder vielleicht hat’s der oder die eine oder andere vielleicht auch selbst mal gesagt.
Oft gehört, aber nie hinterfragt. Ich meine das Bild: einen Gang runterschalten. Eigentlich unlogisch, technisch nicht so stimmig, das gedankliche Bild oder?
Nach dem Herunterschalten erhöht sich die Motordrehzahl, und ein höheres Drehmoment ist verfügbar, d. h. die Zugkraft nimmt zu, z. B. der Motor leistet in dem Moment mehr Arbeit, wenn man gerade einen Berg hochfährt oder sich durch schweres Gelände wühlt. Ist ja auch gewollt. Da schaltet man in einen kleinen Gang, muss natürlich Gas geben und der arme Motor heult auf, wird heiß, das Kühlwasser kocht, der Benzinverbrauch steigt, Verschleiß ist höher … etc. pp. also Leuts, die immer in nem kleinen Gang fahren, nennt man auch Schleicher, rollende Verkehrshindernisse, Deppen usw. usf.
Ich meine, man fährt ja im kleinen Gang höhertouriger, und der Motor sowie die Abtriebszahnräder drehen somit schneller (höheres Übersetzungsverhältnis). Und die Crux des Ganzen ist Folgendes:
Da jeder von uns (nehme ich an) nur ein kleines Rädchen im Getriebe ist, kann man sich vorstellen, dass man sich beim Herunterschalten schneller drehen und somit auch härter arbeiten muss. Die Wunder der Technik bilden eben oft eine passende Analogie zum bunten Leben, man muss sie aber richtig anwenden bzw. interpretieren. Deshalb wundern sich ja viele Leuts, dass es eben mit dem Herunterschalten zwecks Stressbewältigung und Verbesserung der Life-Work-Balance doch net ganz so einfach ist?
Man kommt langsamer voran, muss dafür aber mehr vergleichsweise mehr leisten und quält sich vielleicht noch, tja ja…
Ja, ist nur eine Redewendung; okay, aber irgendjemand muss sich die ja irgendwann mal ausgedacht haben, aber vielleicht stammt der Ausdruck auch noch aus der Anfangszeit der automobiltechnischen Massenmobilisierung, als die Übersetzungsverhältnisse der Getriebe von Ford und Co. noch nicht so krass auseinander lagen oder man eh nur zwei Gänge (schnell und langsam) hatte und eher großvolumige (langsam drehende) Motoren gebaut wurden…  It’s all about Hubraum, Leute. Immer. Oder irgendein Sprachmensch ohne großes technisches Verständnis hat wie so oft mal was dahergelabert und alle haben’s übernommen.
Hmm, im Englischen heißt es ja auch „Downshifting“, fällt mir ein – wird auch im gleichen Sinne gebraucht… Na ja, aber eigentlich müsste man sagen: mal (einen Gang hochschalten und) Gas wegnehmen oder?

Dienstag, 5. Juli 2016

Handgreifliches

Die unsichtbare Hand, ja, die kennt man. Adam Smith, ja? Bisher dachte ich, dass die ausreicht für alle Belange des täglichen Wirtschaftslebens. Na ja, dann gäbe noch die Hand Gottes. Für alle Fälle. Die wäre auch nützlich, in letzter Instanz. Und die Hand des Staates natürlich, klar.
Aber eine dritte Hand brauch ich auch. Ich persönlich. Für's Löten. Ohne geht's wirklich nicht, merk ich.
PS: Hatte doch glatt vergessen, dass ich das anhand eines Fotos verdeutlichen wollte. Da fehlte ja dann der veranschaulichende Lerneffekt. Na, diese simple, aber sehr sinnvolle Halterung hier meinte ich:


Samstag, 2. Juli 2016

Fußball

Hey ho! Was mir doch gerade einfällt: Über Fußball hab ich hier noch gar nichts geschrieben oder? Nein, noch nie, wenn ich es recht bedenke. Außer irgendwann mal den einen oder anderen Balltreter erwähnt, z. B. den Lothar Matthäus, der übrigens jetzt noch eine tolle Karriere als Kommentator in England hinlegt, wie ich gehört hab. Seltsam, seltsam, dass mich Fußball so kalt lässt, genauer gesagt Profi-Fußball, obwohl ich mich doch sonst ausgiebig über jeden Kack auslasse, sorry, über jeden Aspekt des täglichen Daseins, über Gott und die Welt. Lässt sich aber auch ganz leicht begründen. Erstens hab ich keine Ahnung von Fußball, geb ich offen zu, und zweitens interessiert's mich nicht so richtig. Die Mannschaftssportarten hab ich selbst auch nie so richtig gemocht. Was witzig war, aha, ja, als ich damals in England gelebt und gearbeitet hab, da hat jeder gedacht, alle Deutschen müssten Fußball mögen und auch gut spielen können wa? Fanden die irgendwie ungewöhnlich oder exotisch, dass ein normaler männlicher Deutscher, der ich ja nun einmal war und bin ... - okay, so richtig normal bin ich ja auch nicht, könnte man einwenden; aber also dass so jemandem Fußball weitgehend am Allerwertesten vorbeigeht. Ich schau mir natürlich das eine oder andere Spiel an, wenn es sich ergibt, und freu mich dann auch über nen gutes Tor, und ich weiß auch die Leistung zu schätzen, wenn jemand halt sehr schnell oder sehr geschickt am Ball ist, klar ja, aber ich schaue es mir dann - hmm, wie soll ich es ausdrücken - eher emotionslos an, jedenfalls ohne groß mitzufiebern, also etwa so, wie ich mir auf der Straße unten anschaue, wie ein Penner an die Hauswand pinkelt, oder so wie ich ins Aquarium schaue, um zu sehen, was die Fische da treiben (vielleicht das bessere Bild), tja ja, so ist das - aber gut, das war es also, was ich zum Thema Fußball mitzuteilen hatte.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Syma X5C

Ein neues Hobby hab ich auch. Mal wieder etwas, um meine Weltsicht zu erweitern, um die Welt von einer anderen Seite aus zu betrachten. Von oben nämlich. Mit einer kleinen Drohne, einem Quadrokopter. Man soll sich ja immer mal neuen Herausforderungen stellen, in diesen Zeiten wichtiger als je zuvor, wie wir wissen. Geiles Spielzeug jedenfalls, mit etwas Übung auch gut zu steuern. Darf nicht zu windig sein. Erstaunlich leistungsfähig, auch die Kamera macht recht brauchbare Videobilder; hätte ich nicht gedacht. Also für die Preisklasse insgesamt fast schon sensationelle Performance... Na gut, ich flieg dann mal weiter...

Mittwoch, 8. Juni 2016

SuB - Stapel ungelesener Bücher

Ja, so ein Stapel, der ein beunruhigendes Ausmaß annimmt, hat sich erstaunlicherweise, wie ich zugeben muss, mittlerweile bei mir auch angesammelt. Hmm, wobei noch andere "ungelesene" oder geschenkte bzw. mal übernommene Bücher herumliegen, die ich aber in absehbarer Zukunft nicht lesen werde (weil sie mich dann nach dem ersten Blättern doch nicht mehr so interessieren, wie ich dachte, oder weil man es zeitlich gar nicht schafft - ja ja, Prioritäten setzen).
"Stapel der Bücher, die ich in nächster Zeit unbedingt lesen will" trifft es daher wohl eher. Gut, ich les eh immer erstmal ein paar Seiten an, bevor ich ein Buch auf diesen (gedachten) Stapel lege und es mir dann später in Ruhe vornehme. Trotzdem, dieser Stapel war bei mir noch nie so groß wie jetzt. Woran das liegen mag?
Ach so, auf meinem E-Book-Reader schlummern ja auch noch etliche Werke in elektronischer Form. Na ja, die Dateien kann man halt nicht so eindrucksvoll auf nem Foto drapieren. Und darüber hinaus gäbe es bestimmt noch tausende und abertausende andere Autoren und Bücher, die mir ebenso gefallen würden, ... wenn ich sie denn kennen würde.
PS: Noch vergessen, Hugh Howey fehlt noch auf dem Stapel - also die (aber noch nicht beschafften) Nachfolgebände zu "Silo", was mir mal sehr gut gefallen hat; sehr guter Autor, der wohl aus der Selfpublishing-Ecke stammt ... aber mal sehen, erstmal vorgemerkt.
...

PPS: Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben; man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. (Karl Kraus) - Ich denke, das gelingt mir gut bzw. immer besser wa?

Dienstag, 7. Juni 2016

Lektüre

In letzter Zeit hab ich mal wieder in Ruhe einige Bücher lesen können, die ich mir längst vorgemerkt hatte. Na ja, teilweise auch Romane, die die meisten Leute, die ich kenne, vielleicht gar nicht kennen oder lesen würden, aber mich interessieren halt auch mal etwas abseitige Sachen, an denen ich vor zehn, fünfzehn Jahren auch keinen Geschmack gefunden hätte. Dennoch wär schon das eine oder andere erwähnenswert, wobei "abseitig" auch wieder Blödsinn ist - es ist eh alles Mainstream-Literatur, was uns vorgesetzt wird. Wie würde man als Normalo überhaupt von einem guten Buch erfahren, wenn's nicht schon in allen Feuilletonspalten durchgehechelt und in irgendwelche Bestsellerlisten reingedrückt und auf den Tischen jeder Bahnhofsbuchhandlung präsentiert worden wäre? Na ja. Ich notiere hier einfach mal kurz, welche Werke da in letzter Zeit bei mir nen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Auf die eine oder andere Story komme ich vielleicht mal zurück, vielleicht auch nicht:
"Stoner" von John Williams (richtig gut); "Hart auf hart" von T. C. Boyle (spitzenmäßig); "Distelfink" von Donna Tartt (okay, aber zu viel Geschwätz); "Der Turm" von Uwe Tellkamp (recht gut, einige Szenen sogar super, aber ansonsten gibt sich der Autor größte Mühe, die Leser zu langweilen, ist seitenweise quasi unlesbar, hab sehr lange gebraucht, es zu Ende zu lesen); im Gegensatz dazu "Als wir träumten" von Clemens Meyer (von vorn bis hinten in einem Zug, weil echt Klasse geschrieben); war noch was? Hmm... schon ein paar Monate her: "Schlump" von Hans Herbert Grimm (na ja, auch ganz okay, aber nix Besonderes). Okay, das war das, was mir jetzt auf die Schnelle einfiel. Waren ja auch einige dicke Schinken drunter, besonders der Distelfink und Tellkamp, da hat man ja entsprechend länger dran zu knabbern. Ach so, und als Hörbuch (zum Einschlafen) hab ich immer noch den Peter F. Hamilton mit diesem Armageddon-Zyklus am Wickel. Ist aber auf Dauer echt zu ermüdend... na ja, Hamilton schreibt schon sehr gut (und/oder es ist gut übersetzt), aber der Zyklus ist da einfach zu lang geraten. Keine Ahnung, welcher Teufel ihn geritten hat, da sechs Bände draus zu stricken. Großer Fehler, find ich. Hätt er sich vielleicht auf drei Teile beschränkt, wär es genial gewesen.

Freitag, 13. Mai 2016

PS:

Fünfte Klasse oder so? Irgendwann fing das jedenfalls an, dass man da seine Berufswünsche zu Protokoll geben musste. Man war angehalten, einen ersten und einen zweiten, also alternativen Wunschberuf anzugeben. Falls es also mit der Karriere (dieses Wort war natürlich verpönt, man benutzte es selten bis nie) als Tiefseetaucher oder Jagdflieger nicht klappen sollte, konnte man immer noch eine andere berufliche Laufbahn einschlagen, etwa als fleißiger Traktorist oder stolzer Lokomotivführer, man hätte sogar Binnenschiffer werden bzw. einen diesbezüglichen Wunsch anmelden können. Kapitän werden, man stelle sich vor, und auf einem rostigen Lastkahn den Mittellandkanal entlang schippern – der Traum vieler Jungs, damals. Die Auswahl war verständlicherweise nicht groß, aber Alternativen gab’s. Natürlich konnte man sich nicht hinstellen und sagen: Alda, ich werd da mal was mit Medien machen oder Künstler werden, also Lebenskünstler. Das war nicht drin, Leute. Sag ich mal so klipp und klar. Wer Penner werden wollte, konnte schließlich rübermachen. Basta. Quatsch, konnte man natürlich nicht, verflucht noch eins. Nee, so nicht. Nicht so. Nicht ohne weiteres. Jedenfalls, aha, jetzt fällt mir ein, was ich ursprünglich erzählen wollte: Da wurden diese Zettel also nach ein paar Minuten Bedenkzeit vom Klassenleiter eingesammelt und irgendwann später zurückgegeben. Oder war das sogar noch diese cholerische und hoffnungslos überforderte Lehrerin, die wir in der Unterstufe hatten? Von der hatte ich ja schon früher mal andeutungsweise erzählt. Nein, ich glaub, die Bemühungen zur beruflichen Orientierung und Lenkung des Jungpersonals starteten erst etwa in der 5. Klasse. Welchen Hintergrund das alles hatte, soll uns jetzt aber auch nicht interessieren; es ist nebensächlich, belanglos, unwichtig.

Je nach Lust und Laune hatte dann der Lehrer auch irgend’nen mündlichen Kommentar für uns parat, spöttisch oder launisch, abhängig davon, wie er so drauf war. Da lachten wir dann. Kinder lachen gern über Späßchen (oder über Mitschüler). Ist allerdings immer eine Gratwanderung für nen Lehrer, da das manchmal außer Kontrolle gerät und dann die Disziplin leidet … tja, ja. Unser Klassenlehrer, Mathe hat er übrigens in erster Linie unterrichtet, der war aber schon eine ziemlich coole Sau, ganz anders als diese frustrierten Lehrerinnen in der Unterstufe. War ein sympathischer und kerniger Typ, fair und umgänglich auch, einer von denen, die im wahrsten Sinne des Wortes eine natürliche Autorität verkörpern. Seewolftyp etwa. Keiner von diesen Luschen und Schlappschwänzen, beg your pardon, die heutzutage auf die Kinder losgelassen werden … War ja übrigens, wenn ich mir diese Bemerkung mal erlauben darf, ein Problem für Heranwachsende männlichen Geschlechts, dass man in frühen Schul- und Kinderjahren einfach zu vielen erzieherischen Einflüssen von weiblicher Seite ausgesetzt war und diesbezüglich manipuliert wurde (jede Erziehung ist bekanntlich auch Manipulation). Es fehlten im Kindergarten und dann im Schulalltag, jedenfalls in den unteren Klassenstufen – und oft auch zu Hause – die wahrhaftigen männlichen Vorbilder, die „Role Models“ des eigenen Geschlechts, an denen man sich als Kind unbewusst orientiert, an denen man sich misst, die man vielleicht bewundert und denen man nacheifert. Stattdessen waren da gar keine männlichen Bezugspersonen oder nur Luschen. Oder eben frustrierte Frauen. Solche, für die Schönschreiben und Sauberkeit der Hefte wichtiger war als Wissen, Rechnen, logisches Denken. So wie sie in den ersten Klassen Bienchen oder Schnecken in die Hefte gestempelt haben, so wurden auch die (männlichen) Kinderseelen abgestempelt, verkorkst, fehlgeprägt.
Leuchtet wohl ein, dass das nicht gut gehen konnte. Die traurigen Ergebnisse kann man tagtäglich bei Tageslicht auf den Straßen und in den Bahnen besehen. Oder an sich selbst … ;-) Daher war der Klassenlehrer, den wir ab der 5. Klasse hatten, für viele sicherlich überhaupt die erste männliche Bezugsperson (sofern ein Vater nicht verfügbar). Und Mathe hat damals auch noch Spaß gemacht. Okay, ich übertreibe vielleicht etwas, nicht wirklich Spaß, aber erträglich war es. Schwamm drüber, Deckel drauf. Klappe zu, Affe tot.

Mittwoch, 11. Mai 2016

2Q16

Mir fiel gerade ein, dass ich einigen Leuten heute ein schönes Wochenende gewünscht habe, jedenfalls den Handwerkern, die heut hier waren. Was mir erst im Nachhinein seltsam vorkam, als ich überlegte, welcher Tag heut überhaupt ist, und wo mir da einfiel, dass heute erst Dienstag ist oder war (was sich nach einem Blick auf den Kalender auch als falsch herausgestellt hat), wunderte ich mich schon etwas, Leute. Die müssen wohl gedacht habe, ich hab sie nicht alle ... oder dass ich sie verarschen will.
Komisch, komisch ... irgendwie war mir wie Freitag. Ach so, na ja, letztes Wochenende durchgearbeitet, deshalb war vielleicht alles anders als sonst...
Hmm, welches Jahr schreiben wir eigentlich? Welche Welt, welches Universum war das doch gleich?
Andererseits, vielleicht waren das nur die Auswirkungen des Brandes, der giftigen Gase. Die ersten Anzeichen, denn so beginnt es immer... Heute ist nämlich in Berlin-Lichtenberg, wo ich auch mal gewohnt habe, eine große Lagerhalle eines Asia Marktes abgebrannt. Ich wohne genau in Windrichtung. Beißender giftiger Rauch lag den ganzen Tag über der Stadt. Weiß der Geier, was für Chemikalien da verbrannt sind. Ließ oder lässt man "kontrolliert" abbbrennen ... 
Stinkt draußen immer noch wie das ewige Reifenfeuer von Springfield. Bei den Simpsons, ja?
Wobei, dieses Feuer erinnerte mich verrückterweise auch an die Kurzgeschichte "Zündmodus", die ich mal geschrieben hab. ;-)

Mal umgeschaut



Freitag, 6. Mai 2016

Bambus

Irgendwann im letzten Jahr hab ich mal ein kleines Stück Bambuswurzel draußen in einem Park ausgegraben und in einen Topf verpflanzt. Wusste erst gar nicht so recht, was es ist. Auch ein interessantes Gewächs. Dieser Bambus - weiß aber nicht, welche der vielen Unterarten das genau ist - wächst wie irre, den Stengeln kann man förmlich beim Wachsen zusehen. Trocknet im Winter aus, verholzt, treibt aber schon früh, im März/April sofort wieder aus.

Hier wächst mittlerweile der Bambus an einigen Ecken im Park. Das muss irgendein Schwachkopf tatsächlich mal ausgewildert haben (anders kann das ja an diesen Stellen wohl kaum passiert sein), und das Gewächs verbreitet sich seitdem natürlich wie verrückt. Bambus wurzelt ja sehr stark. Man bräuchte da unbedingt eine Wurzelsperre.

Ob oder wer den Park pflegt, weiß ich nicht - früher wurde das jedenfalls getan. Sieht so aus, als ob man ab und zu versucht, der Plage wieder Herr zu werden. Aber das würde eben nur klappen, wenn man rechtzeitig und großflächig auch die Wurzeln ausgraben würde. Und das tut man nicht.

Wo sich der Bambus ausbreitet, da wächst dann auch kein Gras mehr. Mit dem schnellen Wuchs und dem sich ausbreitenden dichten Wurzelgeflecht kann offenbar kaum eine einheimische Pflanze, geschweige denn Strauch oder Baum mithalten.
In ein paar Jahren wird man da vor lauter Bambuswald kaum noch einheimische Gewächse mehr sehen. Mal eine Insel fotografiert, so als Vergleich, dass man später mal sieht, wie es früher aussah.

Andererseits könnt ich auch mal einen Salat aus leckeren Bambussprossen zubereiten, wa?

Mittwoch, 4. Mai 2016

Weiter im Frühlingsmodus ...

Ja okay, ein paar Kräuter wachsen auch hier im Balkonkasten ... Mag ich auch. Nicht, dass man denkt, ich würde ungerechtfertigterweise "buntes Unkraut" favorisieren. Muss ja fair zugehen im Blog. Keine Pflanze soll benachteiligt werden. Thymian und Schnittlauch sind hart im Nehmen, haben den Winter draußen gut überstanden. Bei der Petersilie etwas geschummelt, die ist neu gesät.
Nachtrag vom 13.05: Thymian blüht gerade. Hat weiße Blüten ausgebildet, aber irgendwie war mir, als ob ich schon mal Thymian mit andersfarbigen Blüten gesehen hatte. Weiß leider nicht, welche Art genau hier bei mir wächst. Zitronenthymian? ;-) Na wie auch immer, letztes Jahr hatte ich nicht bemerkt, ob oder dass er geblüht hätte. Aber im Balkonkasten gut überwintert.

Dienstag, 3. Mai 2016

Frühling für Merkel



Themenwoche Frühling: Ich kann ja mal ein Exposé meines ersten Filmprojekts vorstellen. Für den Soundtrack würde ich gern den John Carpenter engagieren. Finanzierung aber noch nicht gesichert. ;-)
Frühling für Merkel (Alternativtitel: „Ein Quantum Toast“) ist eine filmische Tragikkomödie, die 2017 bzw. 2018 oder auch später in die Multiplex-Kinos kommen soll (auch auf DVD und Blu Ray).
Inhaltsbeschreibung:
Der Lebenskünstler und weitgehend erfolglose Autor Max Limonius und der windige Versicherungsvertreter Leo Protzki haben einen Plan ausgeheckt, um Großinvestoren um eine Millionensumme zu erleichtern. Sie werben bei kapitalstarken Fonds und vermögenden Privatinvestoren (z. B. M. Zuckerberg), darunter natürlich auch Hollywoodgrößen, eine Finanzierung für einen vermeintlich sicheren Blockbuster ein (u. a. sollen Michael Douglas, Sharon Stone und Til Schweiger beteiligt sein, wird unter dem Mantel der Verschwiegenheit berichtet), woraufhin dann (nachdem das Geld abgeschöpft wurde) jedoch mit minimalen Kosten ein lächerliches und daher todsicher zum Scheitern verurteiltes Theaterstück oder Musical auf die Bühne gebracht wird. Mit den restlichen Millionen (in Form von Bundesschatzbriefen und Bitcoins) wollen sich die beiden Initiatoren des Schwindels nach Paraguay absetzen, so dass die Finanziers leer ausgehen. Nachdem mit dem durchgeknallten Drehbuchautor Hans Gutkind, dem als Regisseur völlig überforderten Roger Kambodscha und dem ehemaligen DSDS-Drittplatzierten (der dritten oder vierten Staffel) Karl Klaps das notwendige Personal gefunden worden ist, scheinen die Voraussetzungen für einen geplanten Flop optimal erfüllt zu sein. Doch alles entwickelt sich anders als gedacht. Die als billige Lobhudelei auf die große deutsche Kanzlerin gedachte Musikrevue Frühling für Merkel erweist sich als riesiger Erfolg, da sie vom deutschen Publikum irrigerweise als gelungene Persiflage auf Merkels Regentschaft empfunden wird. Nach Ansicht des Publikums wird Frau Merkel gekonnt und auf geistreiche Weise durch den Kakao gezogen. Durch den ungeahnten Erfolg, der nur auf dem Missverständnis seitens des (deutschen) Publikums beruht, haben Max Limonius und Leo Protzki natürlich ein Problem, denn Max hatte zur Finanzierung irrwitzige Gewinnbeteiligungen an dem Stück über diverse US-amerikanische Crowd-Financing- und neuartige Spekulationsplattformen verkauft. Gemeinsam mit Gutkind versucht Max daher, das Theater (und, da noch etwas C4 übrig ist, auch das Kanzleramt) in die Luft zu jagen. Nach ihrer Ergreifung sind alle Delinquenten unter Androhung und Ausübung der (in Ausnahmefällen bei Hassverbrechen legalisierten) Folter geständig („rambomäßige“ Szene, sieht knallhart aus). So landen sie schließlich in der Justizvollzugsanstalt Tegel, was sie aber nicht davon abhält, dort mittels ähnlicher Geschäftsmethoden ein weiteres Stück unter dem Titel Die Leidenschaft, die Leiden schafft (Alternativtitel: Lehrer Specht macht’s allen recht) zu produzieren. Nach einem Häftlingsaufstand verschwinden sie spurlos, indem sie sich einen Weg durch die Kanalisation bahnen. Ihre Flucht wird zunächst nicht bemerkt, da es so aussieht, als schliefen sie brav auf ihren Pritschen. Die abgeschlagenen fremden Köpfe auf den Kissen sind von den echten Köpfen der vier Flüchtigen zunächst kaum zu unterscheiden. Im Landwehrkanal (oder in einem Seitenarm der Spree) wartet bereits ein Ruderboot; dann verliert sich ihre Spur.
Oh, aber so ein ähnliches Skript gab es ja schon mal, fiel mir eben ein …
Mist, wie hieß das doch gleich, verflucht noch mal?

Triebe

Tja, leider haben doch nur wenige Geranien kopfüber hängend im Plastikbeutel den letzten Winter im Keller überlebt.
Nur drei, aber immerhin. War einen Versuch wert. Im Kasten oder Kübel hatte ja nie eine überlebt ... Dies hier ist die stärkste Pflanze, die zeigt schon gute Triebe, wird wohl ein gutes zweites Jahr erleben. Photosynthese schon in Gang gesetzt, wie man sieht. Wunder der Natur. ;-) Na denn, happy Frühling. 

Montag, 4. April 2016

Mal wieder ein Traum

Hatte heute einen abgefahrenen, aber recht einprägsamen Traum, den ich mal notiert habe, bevor ich ihn vergesse. Vielleicht mal für Traumforscher interessant. ;-) Also: Ich erfahre bzw. stelle im Traum plötzlich mit Erschrecken fest, dass mein Auto verschwunden ist. Das ist quasi das Ausgangsszenario. Ich träume weiter: Mein Auto taucht seltsamerweise bei Dark Lord auf, der das Auto als meines erkennt, und er schreibt in seinem Blog einen ausführlichen Bericht darüber. Quasi eine ausführliche Story, illustriert mit Standbildern einer Überwachungskamera wie bei Aktenzeichen XY, wo gezeigt wird, wie mein Fahrzeug dort abgestellt wurde. Richtig gut gemacht und spannend geschrieben. ;-) In meinem Traum arbeitet der Dark Lord bei einem Gebrauchtwagenhändler in einer großen norddeutschen Stadt, die ich natürlich im Traum kannte, aber aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes hier nicht nenne. ;-) So mein Auto ist seltsamerweise dort gelandet; ein paar zwielichtige Typen, die in einem schwarzen Pontiac Trans-Am unterwegs sind, haben meinen Wagen dorthin gebracht und wohl zum Verkauf angeboten; gegenüber der Polizei und dem Händler behaupten sie, das Auto hätten sie gefunden, jemand, also irgendein Idiot hätte ihnen den Autoschlüssel irgendwo beim Essen in einen Teller voller Suppe geworfen und wäre dann schnell abgehauen. Sie wollten schon Anzeige erstatten (wegen Belästigung oder Beleidigung oder so), hätten sich dann aber entschlossen, das herrenlose Auto (gnadenhalber) mitzunehmen. Komisch. Ich mache mich also auf den Weg, um mein Auto bei Dark Lord abzuholen. Soll etwas lädiert sein, Kratzer und so, aber fahrtüchtig… Ich überlege, was wirklich passiert sein könnte. Was ist das Letzte, an das ich mich vor dem Verschwinden meines Autos (im Traum) erinnere? Ja, ich wollte irgendwohin fahren, um jemanden zu treffen, fällt mir ein. Ich fahre aus irgendeinem Grund aber langsamer als gewöhnlich. Ab und zu halte ich an, um eine Wurst zu verzehren, einen Kaffee zu trinken oder meine Notdurft zu verrichten. In einem Rasthof komme ich mit irgendwelchen Leuten ins Gespräch. Die sind strange drauf. Ich auch. Ich kann gar nicht sagen, ob das Bekannte waren, glaub aber nicht, die hab ich wohl dort kennengelernt, weil ich so ein netter, umgänglicher und aufgeschlossener Mensch bin. ;-) Na ja, und ab dem Zeitpunkt ist in meiner, im Traum verschachtelten Erinnerung alles schwarz; ich wache irgendwann viel später – Stunden oder auch Tage mögen vergangen sein – allein und zerschlagen in einem Gebüsch neben einer Straße auf, wundere mich aber auch nicht groß drüber. So was kommt ja vor. So, das fällt mir da eben gerade im Traum ein. Als ich nach langer Zugfahrt in der Werkstatt des Gebrauchtwagenhändlers bei dem Dark Lord ankomme, um mein Auto wieder in Besitz zu nehmen, fällt mir doch ein, dass ich meinen (zweiten) Autoschlüssel zu Hause vergessen habe. Mist. Hoffe daher inständig, dass die Typen meinen Originalschlüssel dort gelassen haben. Wenn nicht, bin ich echt aufgeschmissen, denke ich und wache auf.
In diesem Sinne: Zeit, den winterlichen Trübsinn zu verbannen, wie Mozilla Firefox auf seiner Startseite schreibt…

Freitag, 1. April 2016

Zur Ansicht

Privat schreibe ich am liebsten im Seitenlayout, blauer Hintergrund/weißer Text, also nicht in der widerwärtigen Normalansicht weiß mit Times New Roman, jedenfalls nicht mit Standardschrift, sondern meist Verdana.
In MS Word stehen diese Ansichtsoptionen im Menü Ansicht bzw. im Menü Extras -> Optionen.
Warum eigentlich? Vielleicht als symbolische Trennung zu anderen, beruflich veranlassten oder gelesenen Texten. Blau beruhigt auch die Augen ungemein, finde ich, besonders wenn man viel nachts arbeitet. Hab ich mir noch angewöhnt, als man noch klobige Computermonitore hatte, Kathodenstrahlbildschirme, die immer flimmerten … Blau war da angenehmer, augenschonender. In den 90ern war blau auf weiß auch noch die Standardansicht in WordPerfect, kann ich mich erinnern, WP war ja damals noch sehr verbreitet als Textverarbeitungsprogramm, vor Microsoft Word. Na ja, oder war es nicht sogar gelbe Schrift auf blauem Grund? Hmm, weiß es nicht mehr genau, egal. Komisch, dass mir das gerade einfällt.
Aber der entscheidende Grund ist wohl, dass ich eigentlich keine leeren weißen Blätter mag. Auch auf dem Bildschirm direkt vor mir möchte ich keine weiße Leere sehen, also so wie Steinbeck sinngemäß mal schrieb:  … die weißen Blätter hinlegen und warten, bis die Geschichten von selbst drüberkriechen. So wie Seegetier, das langsam über eine Klinge kriecht. So ähnlich der Vergleich. Das kann ich nicht, funktioniert bei mir nicht. In der Regel nicht. Daher versuche ich wohl, meine Psyche auszutricksen. Wobei ich blau als Farbe auch sonst schon geil finde. Aber das ist ja ne andere Sache. Schwarz wär natürlich auch immer eine Option. 

Sonntag, 27. März 2016

Citrus mitis calamondin

Scheint, als hätte ich heute meinen stärksten Caipirinha ever geschlürft ... Verflucht, war da überhaupt was anderes als Rum und Eis drin? Hab eh nur ein Glas geschafft. Trotz Happy Hour ...
Witzig: Ein Oster- bzw. verspätetes Geburtstagsgeschenk ... Zwar keine Zitronen, aber Miniorangen, - Hauptsache Zitrusfrucht sag ich ja, und schön sauer sollen sie sein...  :-)

Mittwoch, 23. März 2016

Life is a Bullshit

Zuvor kam dies ... Ach, scheiß drauf, muss ich jetzt einfach nochmal einbetten. Sonst war ja nichts weiter. Der Film ist immer noch geil. Wie gesagt, der kam vor 40 Jahren raus, was kaum zu glauben ist oder? Peter Finch hat dafür auch einen Oscar bekommen. Leider war er da schon tot...



Network

Ich träumte gestern, ich wäre der bekannte TV-Moderator Klaus Pritt. Aus irgendeinem Grund entdecke ich plötzlich mein Gewissen und falle aus der mir zugewiesenen Rolle einer systemtreuen Sprechpuppe. Zornig halte ich zur besten Sendezeit eine packende Brandrede gegen Gier, Ungerechtigkeit, Deflation, Inflation, geplante Obsoleszenz und all das andere, na Ihr wisst schon. Zum Schluss schreie ich: Ihr könnt mich alle am Arsch lecken. Lasst mich endlich in Ruhe mit eurer Scheißreligion! und fordere die Zuschauer auf, ihren Unmut laut herauszuschreien ...
Dann merke ich, dass ich gar nicht auf Sendung bin. Man hat mir den Saft abgedreht. Das Programm wird ja immer zeitversetzt gesendet, um notfalls eingreifen und unbotmäßige Äußerungen zensieren zu können. Ich werde zum obersten Rundfunkrat zitiert, entlassen und dann sofort wegen Volksverhexung inhaftiert. Ich plädiere erstmal auf Unzurechnungsfähigkeit.



40 Jahre alt, dieser Film. Peter Finch als Howard Beale.


Dienstag, 15. März 2016

Fragen

So einfach und doch irgendwie schwer. Die entscheidende Frage, die man viel zu selten stellt: Was willst du? Genauer: Was willst du wirklich?

Fürchtet man sich vor der Antwort? Will man sie überhaupt hören?
Oder wenn man sich selbst diese Frage stellt: Weiß man das überhaupt so genau? Und doch, man müsste fragen. Nur konsequentes Fragen ist der Schlüssel zum Selbstverständnis, der Weg zum Wissen. Wobei das ja der olle Sokrates schon in der Antike gewusst hat (fiel mir tatsächlich gerade ein)... Okay, also auch keine originelle Erkenntnis am heutigen Tag, ich käue nur schon Gedachtes wieder.

Samstag, 5. März 2016

Fire and Forget

Verflucht noch eins! Habe bestimmt drei oder vier Tage immer wieder mal halbstündlich an einem neuen Posting herumgefeilt, ergänzt, geändert, gestrichen, umgestellt, entnervt aufgegeben, dann doch weiter geschrieben ... nur, um es letztlich doch zu verwerfen, endgültig.
Je länger ich schrieb (vor der zwingend erfolgenden Kürzung waren es vier A4-Seiten), desto weniger gefiel es mir - belanglos, sinnlos, zu geschwätzig und dabei auch nicht gut genug. Schade um die Zeit, denke ich mir dann, in der ich besser etwas gelesen oder sinnvolle Dinge (was auch immer) getan hätte. Ja, Dinge tun - am besten mit den eigenen Händen.
Vor zwei Jahren hätte ich solche Texte vielleicht online gestellt, aber mit der Zeit bin ich wohl auch viel kritischer mir selbst gegenüber geworden. Dahingehend, dass ich ... - na ja, hat jetzt nicht unbedingt mit inhaltlichen oder thematischen, sondern eher schon mit qualitativen Kriterien oder Ansprüchen zu tun. (Nachtrag: Vielleicht war es mir auch nicht wichtig genug; d.h. "zu verbloggende" Themen müssen mittlerweile schon eine gewisse Bedeutung und Originalität haben, sonst wird es nur lauer Aufguss). Da
erreicht man vielleicht auch die Grenzen dessen, was ein Blog (in der Außenwirkung) zu leisten vermag.
Der textliche oder literarische Geschmack verändert sich auch. Spürt man intensiver, wenn man selbst etwas schreibt bzw. versucht zu schreiben, glaube ich. Man merkt ja, dass man selbst auch schnell mal gelangweilt ist, wenn man jetzt irgendwo zum hundertsten Male dieselben Metaphern, Pointen oder Postulate liest. Wiederholungen ermüden mich. Der ewige Kreislauf. Alles kehrt letztlich zu seinen Ursprüngen zurück: Asche zu Asche, Staub zu Staub, Raum zu Raum, Leere zu Leere, Nichts zu Nichts ... usw. usf.
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Am besten funktionieren für mich jedenfalls spontan verfasste Beiträge, die man nach dem altbewährten Fire-and-Forget-Prinzip absetzt, d.h. bei Bedarf oder kreativem Druck schnell in die Tastatur hämmert, ohne zwischendurch groß abzusetzen, und dann online stellen (eben wie eine selbst zielsuchende Fire-and-Forget-Panzerabwehrlenkrakete). Sollte dann halt nur kein Blindgänger sein. Ist ja dann auch interessant zu sehen, ob so ein Ding auch trifft bzw. wo es tatsächlich einschlägt.

Sonntag, 28. Februar 2016

Fog - Nebel des Grauens

Besagter Film lief vorgestern mal wieder auf irgendeinem Kanal, in den ich zufällig reinschaltete. Ist in der Originalverfilmung von 1980 ein echter Klassiker von John Carpenter: Fog - Nebel des Grauens. Hab ja irgendwie einen Narren gefressen an dem ollen Carpenter (als Regisseur natürlich). Wisst Ihr ja. Zum ersten Mal hab ich den Film noch vor Urzeiten in Schwarzweiß gesehen. Hab mich damals noch richtig gegruselt auf der alten staubigen Couch in unserem kleinen Wohnzimmer. Und ich hasse Staub. Als ich den Film jetzt sah, schien er mir -  man ist ja mittlerweile einiges gewöhnt, horrorgestählt und abgestumpft - na ja, der Film wirkte aus heutiger Sicht irgendwie harmlos, fast wie ein Familienfilm. Die Handlung kann ich also als bekannt voraussetzen, ja? Kürzt das Posting schon mal gehörig ab, was wichtig ist, da die Aufmerksamkeitsspanne von Bloglesern kurz ist. Widersprecht nicht, Ihr kennt euch.
Nun ja, wie einige Bewohner dieses kleinen Küstenortes noch 100 Jahre nach einer niederträchtigen, verachtenswerten Tat für die schwere Sünde ihrer Vorfahren mit dem Leben büßen mussten, hat ja einen tiefen moralischen Kern. Klar, ja? Diese Vorväter hatten also ein paar Leprakranke um ihr Gold betrogen und dann ein Leuchtfeuer an der falschen Stelle entfacht, bzw. umgekehrt, also erst haben die mit einem falschen Signalfeuer die Leprakranken auf die Klippen gelockt und am nächsten Tag das dann herrenlose Gold geborgen und zum Wohle der Kirche behalten. Hallo? Ein falsch gesetztes Signalfeuer? Kann auch ein Versehen gewesen sein, wenn sich nicht der damalige Pfarrer in seinem Tagebuch selbst bezichtigt hätte. Nicht zurechnungsfähig? Der leprakranke Steuermann hätte ohnehin dem Signalfeuer der bekanntermaßen schlitzohrigen US-Küstenbewohner nicht blind vertrauen dürfen. Eigenverantwortung zeigen, so lautete das Gebot der Zeit. Aus heutiger Sicht bekäme er versicherungstechnisch sowieso eine Mitschuld zugewiesen, sagen wir 50%, denn er hätte als Schiffslenker immer damit rechnen müssen, dass sich andere Verkehrsteilnehmer auf See und an Land regel- oder rechtswidrig verhalten. Heißt: Man möge sich immer so verhalten, dass man trotz fremden Fehlverhaltens gefahrlos ans Ufer gelangt. Also war's doch eher eine lässliche Sünde, die das Abschlachten der unschuldigen Nachfahren durch Wiedergänger des reichen Leprakranken aus Sicht eines modernen, aufgeklärten Menschen eigentlich nicht rechtfertigt oder? Seht Ihr, selbst Horrorfilme sind heutzutage ungerecht.

Freitag, 26. Februar 2016

Restart the Fire

Ach, wärest du doch wenigstens kalt oder warm! Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, muss ich dich ausspeien aus meinem Munde. (Offenbarung 3:15/16)
Kälte wäre okay. Beißender Frost lässt alles erstarren. Aber besser wär's, du würdest brennen, für etwas oder jemanden - lichterloh, heiß, hell und verzehrend. Schlag doch wenigstens einen Funken, und bewahre ihn. Oder zünde die Triebwerke, und flieg los. Was kann schon passieren? Versenge dir nur nicht die Flügel.

Und das andere Feuer? Manchmal vermisst man es, das Feuer in den Augen, den Fenstern zur Seele - halbverspiegelt oder getönt ...

Montag, 8. Februar 2016

...

Manchmal glaubt man, etwas tun zu wollen … 
Manchmal tun wir Dinge, die wir besser nicht getan hätten. Manchmal versäumt man es, die richtigen Dinge zur rechten Zeit zu tun. Manchmal wollen wir Dinge tun, erkennen aber nicht, dass das Gewollte uns nicht gut tut. Oder wir wissen es und tun es trotzdem. Und bereuen es vielleicht. Oder wir tun es nicht und bereuen es auch. Aber wir können vergessen. Manchmal muss man etwas tun. Müsste man. Aber wir tun, was wir tun. Solange wir atmen. Jeder von uns.

Mittwoch, 20. Januar 2016

K. bei C.

Schau mir tief in die Augen, Mensch, und erkenne dich, möchte er sagen...
***
Tja, irgendwie mag ich Katzen. Sind Tiere mit Charakter. Rückgrat haben sie auch. Ach tja ja...
Ich überlege mir gerade ... äh, jedenfalls macht man sich schon so Gedanken, wie das so mit dem Netztagebuch bzw. dieser virtuellen Loseblattsammlung hüben wie drüben weitergeht ... Es ist ja nun schon fast drei Jahre her, seit ich da begonnen habe ... Klar, einfach weitermachen nach Lust und Laune, kein Problem. Hmm, aber ich hätte wohl auch Lust, mit Citronimus oder auf Schreibnix etwas mehr in Richtung "Hobby" zu gehen, vielleicht Literatur oder Aquaristik, obwohl Literatur eher nicht, weil's dann nur in sinn- und endloses Rezensionsgeschwafel abgleitet ... Zeit ist kostbar. Aber jedenfalls wär das auch eine thematische Kehrtwende und sicher auch für wenige bisherige Leser überhaupt noch interessant. Andererseits, was muss es mich kümmern? Als Netztagebuchführer monologisiert man sowieso die meiste Zeit. Aber extra ein neues Blog werde ich dafür wohl nicht starten, zumal ich da wahrscheinlich auch deutlich weniger schreiben würde. Wär ja auch nicht Sinn und Zweck der Sache, das Netz mit noch mehr Gelaber vollzuspammen. Ist so schon fast unerträglich.
Ach, mal sehen, vielleicht streu ich doch mal so einen themenfremden Aqua-Beitrag ein und verschlagworte den entsprechend... Im Grunde ist es ja auch egal, es sind ja nur Privat- und keine fokussierten Themenblogs, wo jetzt was Spezielles erwartet wird. Mal sehen, ob ich dies Jahr noch so viel Zeit finde. Letztlich ist das ja alles nur Hintergrundrauschen. Katzen mag ich auch, erwähnte ich das schon?