Mittwoch, 25. Oktober 2017

Bares für Rares

Zufällig reingeschaltet: Mit Abstand eine der schwächsten Sendungen des ZDF ist „Bares für Rares“. Das gespielte Gefeilsche der sich klischeehaft gerierenden Freaks hinterm Händlertisch gilt gar als erfolgreichste Sendung im ZDF-Nachmittagsprogramm, was allein schon viel aussagt über den kläglichen Rest des Sendematerials. Habe selten so viele selbstzufrieden brabbelnde und zankende Unsympathen in einer Sendung gesehen. Keine Typen, die man gern sieht. Ich mag das gar nicht so lange anschauen, dass ich es ordentlich rezensieren könnte ... Die Kunden, die da ihre Raritäten offerieren, sind aber auch nicht besser. Wenn man den Anspruch hatte, die unsympathischsten Reptilien vor und hinter einem Händlertisch zu versammeln, ist die Mission gelungen. Aber irgendwie finde ich diese ganzen moderierten Trödelsendungen nur noch langweilig und erbärmlich; das klassische Kummerfernsehen eben. Na zum Glück kann ich jetzt Netflix schauen.

Dienstag, 22. August 2017

...

Hmm, guter Rat ist immer teuer. Schwierige Frage, die mir unser Nachbar gestern stellte. Nein, Selcuk (falls du das hier liest), ich denke nicht, dass man Sigmar Gabriel an die Türkei ausliefern sollte. Nicht sofort jedenfalls. Geht ja auch nicht. Man sollte da vielleicht erstmal noch abwarten. Der Mann macht ja nur seinen Job, einer muss es ja tun - und der hat schließlich auch seine Verdienste, war ja auch mal Juso-Vorsitzender usw. Das sollte man immer berücksichtigen. Auch unter gesundheitlichen, also humanitären Gesichtspunkten wär's nicht recht. Der hatte es ja nie leicht. Obwohl er dort drunten in der Türkei schon besser vor dem Pack geschützt werden könnte, besser als hier, wo seine Frau auf dem Anrufbeantworter ihrer Praxis angepöbelt wird, wie ich gestern las. Na ja, der dunkeldeutsche Pöbel sicherlich, da kann ja der Herr Gabriel ein Lied von singen. Da ist's natürlich schlimm, wenn man als Andersdenkender so angefeindet wird. Warum gibt man ihm nicht erst die Gelegenheit, sich ehrlich zu machen und seine Ansichten zu korrigieren? Und jeder kann sich bessern, bei uns hat es ja auch geklappt, also nein, nein, man muss der Frau Merkel vertrauen, die macht das schon alles richtig. Sie wird erstmal abwarten, bis da ein offzielles Auslieferungsersuchen von den zuständigen Behörden unserer türkischen Verbündeten gestellt wird ... und nach den Wahlen, da wird er ja in Pension sein, da kann sie ja mal weiterschauen.

Samstag, 19. August 2017

Soc Nets

Mit sozialen Netzwerken kann ich eigentlich nicht so viel anfangen. Ich war noch nie bei Twitter oder Facebook angemeldet; seit ca. zwei Monaten schau ich mich ab und zu mal in einem alternativen Netzwerk um. Muss aber gestehen, dass solche Netzwerke (wie auch Webforen) doch eine überwiegend passivierende Wirkung auf mich ausüben. So richtig weiß ich eben nichts damit anzustellen. Klar, man findet schon einen Kreis von ein paar Gleichgesinnten, aber man kann diesen Follower-Kreis wohl kaum mobilisieren, ich meine - kein Real Life. Es ist letztlich immer eine anonyme und unverbindliche Bespiegelung. Ein Kommen und Gehen, weil im Grunde auch niemand einer anderen Web-Persönlichkeit wirkliches Vertrauen entgegenbringen kann. Da wird nichts Weiterführendes aktiviert, da entwickelt sich nichts, alles verharrt auf der Ebene der oberflächlichen Kommentare am Bildschirm. Es wirkt irgendwie lethargisierend und schwächt daher, sofern man sich nicht auf die rein informative Funktion beschränkt. Man kann natürlich auch Links verbreiten und irgendwelche klugen, originellen oder polemisierenden Sprüche posten usw. Aber ändert das irgendwas? Was man da in die Timeline hineinschreibt, lesen ja ohnehin nur Gleichgesinnte bzw. Leute, die man nicht belehren oder überzeugen muss, weil sie eh in derselben virtuellen Echokammer sitzen. Verschwendet man da nicht nur massig Zeit und wird von anderen, vielleicht sinnvolleren Beschäftigungen abgehalten? Hmm ...

Sonntag, 25. Juni 2017

Nebelkrähe

Eine Nebelkrähe ist gelegentlich hier an unserer Wasserstelle zu sehen. Nebelkrähen sind intelligente Vögel. Unscheinbar, aber das machen sie durch ihre Intelligenz wett. Elstern gelten übrigens auch als sehr intelligent, vielleicht vertragen sich daher beide Arten nicht so gut in einem gemeinsamen Lebensraum, aber das ist ja ein anderes Thema. ;-)
Es wurde schon berichtet, dass Nebelkrähen gezielt Nüsse auf die Straße werfen würden, um sie von den Reifen der vorbeifahrenden Autos knacken zu lassen. Gut, hab ich jetzt ehrlich gesagt noch nicht persönlich gesehen. Kann es mir aber gut vorstellen. In Berlin habe ich selbst schon beobachtet, wie sich Nebelkrähen gezielt intransparente Lebensmittelverpackungen, Chipstüten und zugeklappte Pappschachteln von Fastfood-Ketten aus Papierkörben und Müllbeuteln herausziehen und die mit dem Schnabel öffnen, also geschickt aufdröseln, um an den Inhalt zu kommen, und nicht etwa sinnlos drauf rumhacken. Dabei schienen sie innerhalb der Gruppe zu kooperieren. Ja, scheinen schon clevere Vögel zu sein. Da sie so schlau sind, halten sie auch gebührenden Abstand zu den Menschen, sind ziemlich scheu in der Stadt. Heute sah ich aber eine direkt neben der Straße sitzen und den Verkehr beobachten, als ich vorbeifuhr. Tja, auf was die wohl gewartet hat? ...


Donnerstag, 22. Juni 2017

Eichelhäher

Okay, einen letzten hab ich noch: einen Eichelhäher. Sehr scheu und vorsichtig. Hübsch auch, in farblicher Hinsicht. Fällt bei heimischen Singvögeln auf: Gerade immer so farbenfroh, dass sie Geschlechtspartner finden, aber wiederum nicht übermäßig (papageienmäßig) bunt oder auffällig, um es Räubern und Feinden nicht zu leicht zu machen.

Dienstag, 20. Juni 2017

Die Vögel (Fortsetzung): Buntspecht

Heute zufälligerweise zwei Buntspechte vor meinem Fenster aufgenommen. Hübsche Vögel oder? Solch bunte Gesellen hatte ich zuvor noch nie hier gesehen. Die haben sich da an den Resten dieser Meisenknödel zu schaffen gemacht, die irgendjemand mal vor dem Winter aufgehängt hatte. Hier gibt's aber kaum noch Meisen, glaub ich, daher hat den ganzen Winter über kein Vogel die Knödel angerührt. Jetzt haben sich die Spechte drüber hergemacht. Na die werden dieses Jahr noch fleißig klopfen.

Samstag, 17. Juni 2017

Noch ein Vogel

Sieht auch irgendwie cool aus: ein heimischer Star, der im Frühjahr ein sogenanntes Prachtkleid trägt. Von denen schwirren hier immer einige herum. Mal sehen, ob ich irgendwann mal ein gutes Foto hinbekomme. Ist mir früher nie aufgefallen, was für schöne Farben auch heimische Stadtvögel haben können. Der Star zeigt teilweise so ein metallisch blau/türkis glänzendes Gefieder. Hat was. Sieht irgendwie edel aus.


Mittwoch, 14. Juni 2017

Hoffnung

»Sagen Sie mir«, fragte Winston, »wie bald wird man mich erschießen?«
»Es kann noch lange dauern«, sagte O'Brien. »Sie sind ein schwieriger Fall. Aber geben Sie die Hoffnung nicht auf. Jeder wird früher oder später geheilt. Am Schluß erschießen wir Sie.«
(George Orwell, 1984)

Donnerstag, 8. Juni 2017

Vögelei

Aus Anlass meiner "Spatzenwoche" im Blog: Diese Exemplare hier waren ziemlich zutraulich. Hab ich mal vor ein oder zwei Jahren in Dresden aufgenommen. In Berlin sehe ich selten welche so nah am Mann, wenn ich recht drüber nachdenke. Im Berliner Umfeld dominieren eher Tauben und Ratten, da hat's der Spatz wohl auch schwerer.


Freitag, 26. Mai 2017

xxx

Волчий вой да лай собак.
Крепко, до боли сжатый кулак.
Птицей стучится в жилах кровь.
Вера да Надежда, Любовь.
"За" голосуют тысячи рук.
И высок наш флаг.
Синее небо да солнца круг.
Все на месте, да что-то не так.
В небе над нами горит звезда.
Некому, кроме нее, нам помочь
В темную, темную, темную
Ночь.
Ночь пришла, а за ней гроза.
Грустный дождь да ветер-шутник.
Руки в карманы, вниз глаза.
Да за зубы язык.
Ох, заедает меня тоска,
Верная подруга моя.
Пей да гуляй, пой да танцуй.
Я с тобой пока.

Samstag, 6. Mai 2017

Böhmermann und andere Hurensöhne ...

Dieser Böhmermann ist schon irgendwie ein widerwärtiger Clown oder? Scheint aber momentan so eine Masche zu sein, mit wohl kalkulierten Beleidigungen und Pöbeleien in die Schlagzeilen zu kommen. Durch GEZ-Anwälte abgesichert kann ja heutzutage jeder Primitivling im staatlichen Zwangsgebühren-TV einen auf dicke Hose machen. Die GEZ-Affen können in ihren beschissenen Sendungen jeden als Surenhohn, Fiegenzicker oder Schlazinampe titulieren. Erstens ist es bei denen Satire, haha, während die andere Seite ja nur beleidigt und hetzt. Außerdem kratzt das einen GEZling nicht, wenn er oder der Sender verklagt wird, und bringt zudem wieder einen Publicity-Schub. Passt aber irgendwie zum modernen Unterschichtenfernsehen. Verzweifelter Kampf um Aufmerksamkeit. Aus jeder Art von Empörung kann ein Mediengewächs noch Kapital schlagen, egal, ob man in positivem oder negativem Kontext erwähnt wird. Man muss sich halt nur absichern, auf der Seite der Guten stehen, und beim GEZ-Fernsehen ist man eh an vorderster Front mit dabei, wa? In der ersten Reihe. Na ja, wollt's halt nur mal erwähnen. Katzenberger, Geißens, Böhmermann usw. usf. Aber Böhmermanns Visage kann ich irgendwie auch am Bildschirm schon nicht ausstehen, und nach drei Worten schalte ich stets ab. Die Type lässt sich auch kaum noch unterbieten. Ich frag mich da immer, was kommt danach? Running Men? Irgendwie hat keiner dieser TV-Komiker noch ein nennenswertes Niveau. Nur noch pöbeln, herumkotzen und alles in den Dreck ziehen, was geht und gerade opportun ist. Ich glaub, der letzte intelligente Entertainer, der noch was auf dem Kasten hatte, war der Harald Schmidt. Den hab ich damals noch als Student öfter mal geschaut. Sat1 war das oder? Die ollen Komiker hatten diese billige Pöbelei und Effekthascherei einfach nicht nötig. Aber Zeitgeist eben, passt sich alles an.

Dienstag, 25. April 2017

Zehn vor Elf

Ein Szenario hat mich auch auf Partys oder an der Uni immer schon fasziniert: Zwei Schwätzer reden völlig aneinander vorbei und (unter Alkohol- oder BTM-Einfluss) sind sie der Meinung oder simulieren, dass jeder den anderen prächtig verstünde. Ein Dr. Philipp (Nachname vergessen) von einem Institut für Geschichte und Zukunft der Arbeit, gelegentlich die Stirn in Falten ziehend, Nachdenken vortäuschend, spricht mit dem Fragesteller aus dem Off über die Sinn- oder Konsumkrise des digitalen Fortschritts. 10 vor 11 auf RTL mit Alexander Kluge – unerreichtes Gaga-Format, könnte man glatt für eine Parodie halten – Haha, schon kultig, vor allem wird's dann einfach mitten im Satz plötzlich ausgeblendet, wenn die Zeit um ist. Hab mal irgendwo gelesen, dass der Herr Kluge wohl irgendwie Anteile an einer Gesellschaft hält, die quasi einen privilegierten Zugang als Kultursendungsanbieter für RTL besitzt und dass RTL daher seine Sendung wohl oder übel erdulden muss, egal was der sendet.



Samstag, 22. April 2017

Ich war es nicht!

Und um das auch mal klarzustellen, also damit es diesbezüglich kein Missverständnis gibt und alle unzweideutigen Unklarheiten ausgeräumt werden. Ich lass mir da jedenfalls nichts anhängen, falls da jemand drauf spekuliert, wie ich mal mutmaße. Der Typ, der da letzte Woche den Späti am Deutschen Eck im Prenzelberg überfallen und ausgeraubt hat, das war ich nicht. Bin ich nicht gewesen. Ich kann das gar nicht gewesen sein, auch wenn hier einige Denunzianten den Bull… ähm der Polizei gesagt haben sollen, dass meine Person also dass ich dem Phantombild ähnlich sehe. Das ist auch so kiezrassistisch. White-Trash-Mann mit’m Messer raubt Späti aus, greift in die Kasse und flieht. Hält mich jemand für so bescheuert, da unvermummt reinzugehen und dann Zeugen zu hinterlassen? Ich meine, hallo, noch alles klar im Oberstübchen? Bin ich bescheuert, dass ich das hier posten würde, wenn's so wäre oder wenn's nicht so wäre? So wie der BVB-Busbomber, der seine lächerlichen Puts aus dem Hotelzimmer ordert und sich nach der Böller-Attacke nen dickes Steak bestellt? Schön durch oder blutig? Ich kann das schon mal gar nicht gewesen sein, weil ich an dem Tag massig Knoblauch zum Frühstück gefressen hab. Tu ich manchmal. Mindestens vier oder fünf Zehen. Würde man ja wohl kaum tun, wenn man so ein Ding hätte abziehen wollen oder? Das riecht man doch. Viel zu riskant. Und was macht das für nen Eindruck, hä?

Donnerstag, 13. April 2017

Captchas

Captchas find ich auch total nervig. Das sind diese idiotenmäßigen Abfragen, wo beim Absenden von Kommentaren geprüft wird, ob da ein Mensch oder Affe sitzt. Ist auch ein Grund, warum ich selbst gar nicht mehr so gern irgendwo in fremden Blogs kommentiere. Davon mal abgesehen, weiß man beim Kommentieren eh nie, ob der Kommentar rein technisch gesehen durchgeht oder dann von der Moderation freigeschaltet wird. 
Aber dazu noch die Captchas! Vorhin in einem Blog sehe ich z.B. da ständig eine bescheuerte Fehlermeldung, war zum Verrücktwerden - also erstmal kam immer ein Timeout-Fehler, das kenn ich schon, weil ich offensichtlich nicht schnell genug schreibe und dann die Seite nochmal aktualisieren muss. Aber dann meckert's über nen ungültigen Wert, obwohl das Ergebnis bzw. die Antwort stimmt; und dann kam "Expired", klar, Zeit abgelaufen ... Na ja, okay, dann eben nicht. Wer da an so einer Hürde hängen bleibt, spart sich da auch den Versuch beim nächsten Mal. Schade, war aber auch nicht wichtig. Die meisten Kommentare sind auch eher so als Gruß oder Zuspruch gedacht. Ist ja nicht so, dass man da lange Leserbriefe erwarten würde. Ist ja eh ein asymmetrisches Verhältnis zwischen dem ggf. kommentierenden Leser und einem monologisierenden verantwortlichen Autor, also z.B. gänzlich anders als in Foren, wo ja zwischen gleichberechtigten Foristen (unter Aufsicht der Moderation) diskutiert wird.

Werbeblocker

Mal geschätzt, wie hoch mag der Anteil der Leser sein, die Adblocker (Werbeblocker) als Browser-Erweiterung installiert haben? Ziemlich hoch, ja? Bestimmt deutlich mehr als 60 %, würde ich mal vorsichtig schätzen. Nur über den Daumen gepeilt. Tendenz steigend. Sehe ich eben an der zunehmenden Diskrepanz zwischen den bereinigten Zugriffszahlen der Blogs und den Statistiken des Adsense-Moduls. In Adsense wird ja ein Zugriff nur gezählt, wenn das Adsense-Modul aufgerufen, d.h. wenn eine Seite ohne Werbeblocker geöffnet wird. Okay, in der Zählung des normalen Statistik-Plugins (Google Analytics hab ich allerdings nicht) sind sicherlich auch viele Hits von Bots und irgendwelchen Crawler- oder Suchprozessen erfasst, also sind bei weitem nicht immer echte Besucher, die Aufrufe im WP-Statistikmodul generieren, aber es müssen schon auch sehr viele User mit Adblocker-Plugins unterwegs sein. Fällt mir nämlich seit einiger Zeit auf, dass trotz unveränderten bzw. sogar leicht steigenden Besucherzahlen (auf Citronimus.de und hier) in meinem Adsense-Konto doch immer weniger Aufrufe erfasst werden.
In meiner letzten Firefox-Version wurde mir der Adblocker ja auch gleich zur standardmäßigen Installation mit angeboten. Daher werden viele die Werbeblockierung auch automatisch im Browser aktiviert haben.
Ich finde Adblocker eigentlich Kacke, muss ich mal so frei und offen sagen. Weil diese Online-Werbung ja noch die einzige Einnahmemöglichkeit für kleine und unabhängige Blogs darstellt, über die man dann zumindest einen Teil der Hosting-Kosten irgendwann mal wieder einspielen kann. Die kommerziellen und staatlich gesponserten Portale haben ja eh andere Geldquellen, die kratzt das nicht. Klar, es gibt Web-Administratoren und Sites, die das übertreiben mit ihren beschissenen Overlay- und Popup-Anzeigen. Besonders den Text überlagernde Werbebanner sind fies und ärgerlich. Aber solche Seiten besuch ich dann halt nach einem frustrierenden Anzeigeerlebnis auch nicht mehr. Bei mir auf citronimus.de sind's ja nur drei bzw. hier zwei Banner rechts, die niemanden stören und noch etwas Farbe reinbringen. Na ja, aber wäre das für mich von Belang oder würde ich darüber nachdenken, wenn ich jetzt nur gelegentlicher Leser oder zufälliger Besucher wäre? ... Eben.

Samstag, 8. April 2017

Einfach mal wieder schreiben

Habe letzte Woche seit langer Zeit mal wieder einen echten handschriftlich verfassten Brief von einem guten Kumpel, also einem Freund bekommen. Hab mich da seltsamerweise ziemlich drüber gefreut. War ja nur ein einfacher Brief, nichts besonderes. Na ja, ein Brief bedeutet mir doch irgendwie mehr als irgendeine zweizeilige SMS, Mail oder WA-Nachricht. Vielleicht auch, weil Briefe so selten geworden sind. Viele Leute können wahrscheinlich gar keine Briefe mehr schreiben, glaub ich. Natürlich ist es auch viel mühseliger und zeitaufwendiger als ne SMS oder WA/Viber-Message. Digitale Nachrichten sind ja völlig anders aufgebaut und abgefasst - im Ton und Stil viel lässiger, kürzer, prägnanter, minimalistischer; in der nächsten Entwicklungsstufe schickt man sich ja nur noch Bilder und Memes oder YT-Videoclips zu; ab und zu noch Grunzlaute im MP3-Format. Und dann diese Smileys, die ja auch nur Emotionskrücken sind, für das, was man sonst im Text mit Worten rüberbringt. Ich glaub, dass kaum noch jemand eigenhändig schreibt oder mit der Hand geschriebene Nachrichten erhält. Ja, der vor zwei Jahren verstorbene Peter Scholl-Latour hatte die Manuskripte seiner Bücher übrigens noch mit der Hand geschrieben. Hatte ich auch schon mal erwähnt oder? In handschriftlichen Texten steckt viel mehr unverwechselbar Eigenes, Persönliches, Charakter drin. Ach so, ich hatte doch auch vor zwei Jahren schon mal hier in diesem Posting drüber geschrieben und mir dann auch vorgenommen, mal wieder mehr auf Papier zu schreiben. Was ich dann aber auch nicht gemacht hab. Na ja, so viel zu guten Vorsätzen mal wieder.

Donnerstag, 30. März 2017

Ein ganz besonderer Saft

Hatte gestern Nasenbluten. Hatte ziemlich stark geblutet. Bestimmt irgendein Äderchen in der Nasenschleimhaut, was da gerissen war. Das waren bestimmt ein paar hundert Milliliter Blut, die ich insgesamt verloren habe. Seltsames Gefühl der Verletzlichkeit, ich meine, dass man doch relativ leicht "auslaufen" kann. Vielleicht besser, ich hätte das Blut gespendet. War guter Stoff, schade drum.

Montag, 27. März 2017

Pingpong

Ein Ping braucht ein Pong. Das muss so sein. War schon immer so, wird immer so sein. Ping ist nicht genug. Pong allein auch nicht. Ohne Ping kein Pong. Ein Spiel braucht beide. Hört man doch. Klick und Klack. Was ist schon ein einzelnes Ping? Der Ball kommt nicht zurück, er springt weg. Warst zu langsam oder hast ihn verpasst. Oft, zu oft. Im Spiel bleiben ist alles.

Dienstag, 14. März 2017

Kürbis

Letztes Jahr hatte ich auf dem Balkon übrigens richtig gute Kürbispflanzen, voll fette Blätter, ein echter Kürbisdschungel, die Stengel und Büten standen dicht. Hab leider kein Foto parat, aber es sah fantastisch aus. Die hatten aber dann keine einzige Frucht ausgebildet. Kürbispflanzen gehören ja botanisch gesehen zu den Beeren, denkt man auch nicht oder? Na ja, habe jedenfalls im letzten Jahr nicht einen einzigen Halloween-Kürbis ernten können, seufz.
Hatte mich noch gewundert, weil die Kürbispflanzen, die recht viel Nährstoffe brauchen, die ganze Zeit richtig gut gewachsen sind, über den Balkonrand und bis über die Fassade runter Ranken und Blütenstände entwickelten, aber ... offenbar fehlte es an Bestäubern. Kürbispflanzen sind zur Bestäubung auf Insekten angewiesen, die sich rar machen. Offenbar scheint's immer weniger Insekten zu geben. Schätze, irgendwann wird man Schmetterlinge, Bienen und Hummeln nur noch aus den Youtube-Clips und Botanischen Gärten kennen. Für die Kürbisse gibt's aber eine Lösung, die ich dieses Jahr vielleicht mal ausprobieren will: Kürbispflanzen von Hand bestäuben. An jeder Pflanze sind männliche und weibliche Blüten, also alles da, was man braucht. Na ja, nur so ein Gedanke, der mir kam, als ich auf den kahlen Balkonkasten blickte.
PS: Stengel schreibt man ja nach "neuer" Orthographie mittlerweile längst "Stängel", irgendwie gehört das zu den wenigen alternativlosen Schreibvarianten, an die ich mich nie gewöhnen konnte. Bei vielen Änderungen ist man ja noch zurückgerudert und hat auch die alten Schreibweisen als Alternativen zugelassen - und allgemein hat danach eher sprachliche Anarchie Einzug gehalten, viele Leute kümmern sich selbst nicht mehr um profane Dinge wie Getrennt- und Zusammenschreibung. Verrückt, also kommt vor, dass man bei simpelsten Wortfügungen, die früher eindeutig geregelt waren, immer noch überlegt, welche Variante jetzt zulässig ist. Die Rechtschreibreform kann man einfach nur noch beknackt und irre nennen ... Die Profs, die diesen Schwachsinn verbrochen haben und ohne Notwendigkeit eine intakte und problemlos zu erlernende Schriftsprache zerstört haben, die ... genießen wahrscheinlich schon ihre fürstlichen Pensionen ... Gelobt seien sie.

Samstag, 11. März 2017

House of Cards

Letztens bin ich endlich mal dazu gekommen, mir die ersten drei Staffeln der Serie „House of Cards“ anzuschauen, die in den noch original verschweißten DVD-Hüllen schon mindestens ein Jahr bei mir im Regal verstaubten. Mindestens ein Jahr, na ja, aus irgendeinem Grund war ich bis vor ein paar Wochen nie dazu gekommen, mir die Serie anzuschauen. Obwohl ich den Kevin Spacey generell sehr gern sehe, aber gegen politische Serien und Filme hab ich eigentlich mit den Jahren eine gepflegte Abneigung entwickelt. Ich hatte mir zwar lange vorgenommen, die Serie zu schauen, habe es dann aber doch irgendwie auf die lange Bank geschoben. Überraschenderweise fand ich diese Serie aber dann wirklich exzellent, spitzenmäßig, packend, muss ich bzw. kann ich gern zugeben. Hab dann immer gleich einige Folgen am Stück gesehen und konnte mich nachts kaum losreißen. Hatte zwar schon etliche positive Meinungen drüber gelesen, aber Geschmäcker sind verschieden, weiß man ja, und mein Geschmack weicht ja oft vom Geschmack der Massen etwas ab.
Wenn’s im deutschen Fernsehen – klar, kaum vorstellbar – aber mal angenommen, im deutschen TV hätte man eine solche Serie bzw. eine Adaption dieser Serie gedreht, wem würde der deutsche Frank Underwood wohl ähneln? Na, irgendeine Idee?
Ich musste da jedenfalls ständig an Gerhard Schröder denken – unseren letzten SPD-Kanzler, ja, lang ist’s her. Dieser Gerhard Schröder hätte (jedenfalls nach meinem Empfinden) den perfekten Frank Underwood der deutschen Politik abgegeben oder? Ich meine das eigentlich als Kompliment, hmm. Ja, hätte es eine deutsche Adaption der Serie House of Cards gegeben, hätte der Protagonist möglicherweise dem Gerhard Schröder geähnelt oder ähneln müssen. Da lassen sich doch einige Parallelen zur Serie finden, etwa seine starke Überzeugungskraft und Ausstrahlung, sein telegenes Erscheinungsbild, sein bedingungsloses Machtstreben, das starke Fremdeln der eigenen Partei ihm gegenüber als Kanzler, der innerparteiliche Konkurrenzkampf z. B. mit Oskar Lafontaine usw., und das unter Schröders Federführung initiierte Programm „Agenda 2010“ vs. „America Works“ von US-Präsident Underwood in der Serie. Und es ließen sich bestimmt noch weitere Ähnlichkeiten finden oder Mutmaßungen anstellen, die ich aber nicht aufschreiben werde. Ich bin ja schließlich auch ein vernünftiger Blogger, einer von den Guten. Ist euch sicher schon aufgefallen, wa? Na ja, ich fand es irgendwie schon kurios, dass mir solche Parallelen aufgefallen sind bzw. dass ich die hineininterpretiert habe. Hätte man jedenfalls auch eine schöne Rahmenhandlung in Deutschland draus stricken können. Andererseits wäre es dann nur ein lauer Abklatsch gewesen, und das will auch keiner sehen. Wobei ich eh nicht glaube, dass die amerikanischen Drehbuchautoren irgendwelche Anregungen aus der deutschen Innenpolitik gebraucht hätten.

Dienstag, 7. Februar 2017

TV

Dabei schaue ich gar keine Soaps oder so was. Früher als Student hab ich gelegentlich mal GZSZ geschaut, aber irgendwie wurde es dann auch öde, je mehr die sich dem zeitgeistigen Schwachsinn unterworfen haben. Wenn ich jetzt mal (ungestört) Fernsehen schaue, ist das Schauen eh zumeist ein kontinuierlicher Prozess des Herumzappens, des Weiterschaltens von einem zum nächsten Sender, daher behalte ich die Fernbedienung in der Hand und lasse einen Finger auf der Senderumschalttaste. Selten, dass ich mal irgendwo bei einer Naturdoku oder einem Film hängen bleibe (oder bei Space Night natürlich). Viele Wiederholungen auch, wie mein Großvater vor vielen Jahren schon bemerkte. Wiederholt sich alles wa? Das sonstige Programm ist größtenteils zum Kotzen langweilig oder ärgerlich. Die Krimis, die ich früher ab und an gern sah, sind immer schematisch aufgebaut, schablonenartig, enthalten bekannte statische Ermittler- und Täter/Opfer-Konstellationen, sind oft moralisierend wertend, manipulativ. Da ist nichts drin, was einen irgendwie packt oder anregt. Man sieht im deutschen Fernsehen, besonders bei den Öffis, auch immer irgendwie dieselben Darsteller, auch in den Talkshows usw. Müsst Ihr mal drauf achten, wie klein der Kreis der wirklich etablierten Schauspieler und Talkshow-Experten ist, die da meist zu sehen sind. Fernsehlieblinge nannte man die früher. Wie wird man Fernsehliebling? Na, indem deine Visage so oft wie möglich auf der Mattscheibe zu sehen ist. Man hat da immer den Eindruck, dass wir doch (wieder) in einem sehr kleinen Land leben. Na gut, da ich nur selten reinschalte, kann ich mir auch gar kein Urteil mehr erlauben, also wollt es nur mal so als subjektive Einzelmeinung erwähnt (und niederschriftlich festgehalten) haben. ;-) Sonst leg ich mal eine DVD mit einer guten US-Serie ein.

Samstag, 28. Januar 2017

Nachbereitung/Aufarbeitung von Bommels Tod

Schwer zu sagen, wie die Fans auf Bommels Tod reagiert haben. Kann ich nicht beantworten, weil ich keine Fans von dem kenne. Interessiert mich auch nicht. Wollte mich dazu auch gar nicht weiter äußern, aber nachdem ich da einige Fragen und Zuschriften erhalten habe, na ja, was soll’s… Ich würde mal sagen, dass da ganz viele Fans weiblichen und auch männlichen Geschlechts (ja, gibt’s auch) total geschockt waren und immer noch bis ins Mark erschüttert sind. Das will dann erstmal bewältigt werden; also das muss aufgearbeitet werden, und dass so eine schreckliche Sache wie der Serientod einer derart beliebten Figur wie Bommel nie wieder passieren darf, das ist auch allen Machern und Supportern der Soap klar. Nachdem es diese breiten und vielstimmigen Proteste gab … Da muss es doch andere Lösungen geben, endgültige oder abschließende Lösungen, die harmonischer sind, ja? Gerade wir müssen ja … ich meine für uns, also in unserer speziellen Lage, also in Anbetracht von Bommels dramatischem Tod und der Singularität dieses Falls … Da muss uns dies auch bewusst werden, also unserer Verantwortung müssen wir uns da bewusst sein. Mehr schreib ich da jetzt nicht dazu. Basta!

Donnerstag, 26. Januar 2017

Der Tag, an dem Bommel starb

Gestern war der Tag. Ist schon auch erwähnenswert. Viele wissen das vielleicht gar nicht. Die, die das nicht ständig gucken, haben das ja gar nicht mitbekommen. Da ist gestern nämlich der Bommel aus GZSZ gestorben. Ich mochte den ja eigentlich nicht besonders. Den ewigen Philosophiestudenten. Weil der so’n blöder Schwätzer war. Auch wenn der natürlich mit der Zeit doch irgendwie sympathisch wurde. Ach, ich weiß auch nicht … Mit der Zeit gewöhnt man sich an jeden. Das ist ja so fies. Aber tot ist tot. De mortuis nihil nisi bene (musste ich jetzt aber auch nachschlagen). Tja ja, irgendwo an der Nordseeküste ist der wohl gestorben, das war’s dann wohl. So an diese kultige Bierwerbung hat mich das erinnert, ist das der Jever-Clip gewesen, wo sich ein Mann im Trenchcoat da in den Sand fallen lässt? Sehr klischeehaft jedenfalls, aber okay nach all den Soap-Jahren mit den zahlreichen Abgängen ist es bestimmt sauschwer, noch einen halbwegs originellen Tod zu inszenieren. Obwohl. Mir würde da schon noch was einfallen, aber egal. Na ja, leider lag da aber gestern auch kein Schnee mehr, wobei ja Bommels Tod schon im November gedreht wurde, glaub ich. Der Till, wie er eigentlich hieß, hat ja da im Grunde nur noch auf Abruf weitergelebt, bis zur Ausstrahlung eben. Wie ein Zombie, gruselig wa? Muss mir aber immer auch bewusst machen, dass das nicht das richtige Leben ist, was einem ja echt schwerfällt, wo das doch alles immer so real erscheint … Die Hintergrundmusik war aber echt zum Weglaufen. Bommels Sterbeszene war mit der Musik nicht zum Aushalten, ich musste da echt den Ton stummschalten. Was war das überhaupt für Musik? Irgendeine Opernarie? Ein Requiem? Eine Heulboje vom Hafen hätte besser gepasst. Gespielt war ja die Szene auch nicht besonders, muss ich mal kritisieren, weit unter dem gewohntem Niveau. Nicht so gut wie damals, als man dem guten Dominik seine Geräte abstellte. Ein Feuerwerk der Emotionen war das … Oder man denke an damals, unerreicht die Szene, als der gute Kai Scholl in den Armen seines besten Freundes Moritz sein Leben aushauchte, in der beginnenden Morgendämmerung seinen letzten Atemzug tat (heul),  … in traumhafter Kulisse, was die Sächsische Schweiz bei Sonnenaufgang abbilden sollte. Aber das ist bestimmt schon 10 oder 15 Jahre her, kennt kein Schwein mehr. Tja ja, aber damals wusste man noch in Würde zu sterben, in deutschen Seifenopern.

Montag, 2. Januar 2017

Klopf, klopf

Ich mag's übrigens auch nicht, wenn morgens, während ich noch fest schlafe, jemand von außen an die Tür oder die Fensterscheibe klopft. Kann ich echt nicht ab, so aus dem Schlaf gerissen zu werden ... Wozu gibt's Klingel, Telefon oder Briefkasten? Das Klopfen ist für mich immer eine Spur zu aufdringlich. Der Klingelton klingt ja wenigstens angenehm im Tief- und Halbschlaf. Aber Klopfen ist widerwärtig und frech, weil der Klopfende ja meint, ich wäre zu Hause und würde auf sein Klingeln nicht reagieren. Was ja in dem Fall auch stimmte, aber das kann ein normaler Besucher ja in der Regel nicht wissen. Jedenfalls muss ich da bei so poltrigem Klopfen unwillkürlich immer an Gewehrkolben an der Tür denken. Steckt irgendwie so drin. Die nächste Aufdringlichkeitsstufe wäre dann schon das Eintreten der Tür. Das hatte mir ja auch schon mal jemand telefonisch in Aussicht gestellt. Na ja, kam aber dann nie dazu. Vor einigen Jahren, wie mir gerade einfällt, gab es da übrigens mal einen Vogel, der immer morgens auf meinem Fensterbrett saß und mit dem Schnabel vorsichtig (hörbar, aber nicht so laut) an meine Fensterscheibe geklopft hat - das war tatsächlich seltsam. Keine Ahnung, was das war, ein mittelgroßer schwarzer Vogel. Eine Dohle vielleicht? Irgendwann war der dann aber wieder verschwunden.